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AutoversicherungSo finden Sie das günstigste Angebot

Autoversicherungs-Zusätze: Der Grobfahrlässigkeitsschutz schützt das Portemonnaie bei einer Regelverletzung, die auch einem sonst korrekt fahrenden Lenker mal passieren kann. Bild: Gallerystock

Die billigste Autoversicherung gibt es nicht. Wer wenig Prämien zahlen will, muss vergleichen. Eine Anleitung in sieben Schritten.

von Doris Huberaktualisiert am 2017 M08 11

Die Preisunterschiede bei den Autoversicherungen sind beträchtlich. Denn jeder Anbieter gewichtet die Kriterien, die für die ­Berechnung der Prämie massgebend sind, anders. Dazu gehören Alter, Geschlecht, Wohnort, Nationalität des Fahrers, wie lange jemand schon fährt und wie viele Kilometer im Jahr, ob er das Auto auch im Ausland einsetzt, dann natürlich Automarke und Katalogpreis. Für die Kaskoversicherung spielt auch eine Rolle, ob der Wagen in der Garage steht, wie alt er ist und ob er geleast wurde.

Die Autoversicherungen nehmen neue Kunden also genau unter die Lupe und berechnen die Prämie individuell. Deshalb kommt man nicht darum herum, mehrere Offerten einzu­holen, wenn man die günstigste Ver­sicherung finden will. Das ist gar nicht so kompliziert; hier das Vorgehen in sieben Schritten.

1. Selber und frühzeitig aktiv werden

Egal, ob Sie ein neues Auto kaufen oder eine Occasion: Der Wechsel erlaubt Ihnen, auch die Versicherung zu wechseln – und die Prämien zu reduzieren. Insbesondere Neu- und Junglenker können bei einem Wechsel rasch mehrere hundert Franken sparen. Es ist zu empfehlen, die Versicherung nicht der Garage zu überlassen: Oft bestellen Garagisten den neuen Versicherungsnachweis einfach bei der Versicherungsgesellschaft, die im alten Fahrzeugausweis aufgeführt ist. So verpasst man eine Sparmöglichkeit.

2. Offerten einholen

Vergleichsportale wie Comparis.ch oder Bonus.ch rechnen Ihre Bedürfnisse durch, so finden Sie die günstigsten Angebote. Darauf fordern Sie eine konkrete, aber unverbindliche Offerte bei drei oder vier der günstigsten Versicherungsgesellschaften an. Falls Sie ein neues Auto kaufen, sollten Sie ein allfälliges Angebot der Marke oder des Verkäufers einbeziehen – etliche Automarken bieten Versicherungs­pakete mit bemerkenswert günstigen Konditionen an.

3. Offerten vergleichen

Prüfen Sie zunächst, ob die Offerten Ihren vorgegebenen Versicherungsbedarf in gleicher Weise ab­decken und keine unerwünschten Zusätze enthalten. Vergleichen Sie die Bonusstufen: In welche wurden Sie eingeteilt? Das beeinflusst die Prämie massgeblich. Da die Versicherungen die Abstufungen nicht einheitlich handhaben, sollten vor allem Neulenkerinnen prüfen, wie lange es dauert, bis sie auf der tiefsten Bonusstufe sind.

Wer schon lange unfallfrei fährt, prüft, um wie viele Stufen er bei einem Schadensfall zurückgesetzt würde. Wenn Sie Wenigfahrerin sind (unter 7000 Kilometer pro Jahr), sollte dieses geringere Risiko in der Prämienberechnung berücksichtigt sein.

Wer älter ist als 25 und schon mehr als zwei Jahre unfallfrei fährt, sollte keinen Selbstbehalt ­in der Haftpflichtversicherung akzeptieren. Generell gilt es, beim Selbstbehalt vernünftig zu rechnen: Wenn ein Selbstbehalt von beispielsweise 500 Franken eine Prämien­ersparnis von 50 Franken bewirkt, darf man zehn Jahre lang keinen Schaden haben, sonst geht die Rechnung nicht auf. In der Haftpflicht sollte die Versicherungssumme 100 Millionen Franken betragen. Bei der Kaskoversicherung empfiehlt es sich, insbesondere die Deckung bei Glas-, Marder- und Vandalenschäden sowie bei Schäden im Ausland zu vergleichen.

4. Sinnvolle Zusätze vereinbaren

Bei manchen Versicherungen ist der Bonusschutz bei einem ersten Vorfall inbegriffen. Wenn nicht, ist dieser Zusatz normalerweise sinnvoll. Damit fallen Sie bei einem Schadensfall nicht zurück. Der Grobfahrlässigkeitsschutz schützt das Portemonnaie bei einer Regelverletzung, die auch einem sonst korrekt fahrenden Lenker mal passieren kann – dass er zum Beispiel einen Vortritt missachtet. Da die Versicherungen bei grober Fahrlässigkeit auf den Kunden zurückgreifen und das je nach Schaden massiv ins Geld gehen kann, ist dieser Zusatz empfehlenswert.

Wenn bei den Glasschäden die Scheinwerfer nicht inbegriffen sind, ist ein Zusatz sinnvoll, weil hier Reparaturen teuer sein können. Bei neueren Autos schliesslich ist der Zeitwert­zusatz empfehlenswert, um bei einem Totalschaden oder Diebstahl mehr Geld als den Zeitwert zu bekommen. Beachten Sie dabei die Unterschiede zwischen den Versicherungen.

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Sich in dem Dschungel von Autoversicherungen zurechtzufinden, ist nicht einfach. Mitglieder von Guider erfahren, welche Versicherungen sich anbieten, ob Teilkasko oder Vollkasko, welche Schäden durch sie gedeckt werden und wann sich eine Zeitwertzusatz- und Parkschadenversicherung wirklich lohnt.

5. Wettbewerb nutzen

Vielleicht sind Sie mit der bisherigen Versicherung zufrieden, aber eine andere offeriert Ihnen eine günstigere Prämie? Scheuen Sie sich nicht, Ihren Versicherer mit dem besseren Angebot zu konfrontieren und einen neuen Prämienvorschlag anzufordern. Verhandeln lohnt sich in aller Regel, sei es über einen allgemeinen Rabatt oder über den Bonus.

6. Nur Einjahresverträge abschliessen

Wenn Sie sich entschieden haben und den Antrag ausfüllen: Beantworten Sie alle Fragen wahrheitsgetreu, sonst riskieren Sie im Schadensfall Leistungskürzungen oder sogar eine Ablehnung. Kontrollieren Sie zudem die Laufzeit der Police: Läuft sie ein Jahr oder kann sie jährlich gekündigt werden, haben Sie die Möglichkeit, die Kosten erneut zu prüfen und allenfalls den Versicherer zu wechseln.

Sobald der Vertrag abgeschlossen ist, schickt die Versicherung den sogenannten Versicherungsnachweis, mit dem der Garagist beim Strassenverkehrsamt das Auto einlösen kann. Dabei sollte auch die provisorische Deckungszusage für die Kasko nicht vergessen gehen, damit das Auto ab dem Moment, da es eingelöst ist, umfassend versichert ist – auch wenn die Police noch nicht ausgestellt ist.

7. Alte Versicherung kündigen

Bleibt nur noch, die alte Police zu kündigen. Notieren Sie im Kündigungsschreiben gleich Ihre Kontonummer für die anteilmässige Rückerstattung der Prämie. Und von der neuen Versicherung bekommen Sie die neue Police und die Rechnung.

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Hat sich die Prämie Ihrer Autoversicherung erhöht oder haben Sie einfach nur das Fahrzeug gewechselt? Mit der Mustervorlage «Kündigung der Autoversicherung» können Mitglieder von Guider bequem zum nächstmöglichen Termin kündigen.

Wann kann man wechseln?

Man kann eine Versicherungspolice nicht jederzeit kündigen oder wechseln, sondern bloss in folgenden Fällen:

  • Wenn die Versicherung die Prämie oder den Selbstbehalt erhöht oder die Leistung verschlechtert. Kündigen kann man dann auf den Zeitpunkt hin, da die Änderung in Kraft tritt; das Kündigungsschreiben muss am letzten Tag, bevor die Änderung gilt, bei der Versicherung sein.
  • Wenn die Police abläuft. Doch auch dann muss man sie ausdrücklich kündigen, sonst verlängert sie sich automatisch; die Kündigungsfrist beträgt in der Regel drei Monate.
  • Bei einem Schadensfall, den die Versicherung deckt. Allerdings ist eine Kündigung in diesem Moment nicht empfehlenswert, weil es dann schwierig werden kann, einen neuen Versicherer zu finden.
  • Bei einem Auto- oder einem Halterwechsel.