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Hausrat-KaskoversicherungLohnt sich die Zusatzdeckung?

Wer ein extra Sicherheitsbedürfnis hat, kann sich mit einem Kasko-Zusatz zur Hausratversicherung gegen ärgerliche Schadensfälle absichern. Das kostet aber.

Bei einem solchen Schaden fährt man mit einer Hausrat-Kasko günstiger als mit einer separaten Handyversicherung.
von aktualisiert am 04. Januar 2018

Die Grundregel bei Schäden ist hart: Der Geschädigte muss sie selber tragen. Wer Kaffee über seinen Laptop kippt oder sein Hörgerät verliert, zahlt den Schaden selber. Auch die Hausratversicherung springt nicht ein, sie deckt grundsätzlich nur die Gefahren Feuer, Elementarereignis, Wasser und Diebstahl zu Hause.

Nun bieten manche Versicherungen eine «Hausrat-Kasko» oder Varianten davon an. Bei Axa, Basler, Helvetia und Vaudoise sind heute 15 bis 30 Prozent der Hausratpolicen mit dieser Zusatzdeckung kombiniert – Tendenz steigend, zeigt eine Umfrage des Beobachters bei acht Versicherungen.

Hausrat-Kasko: Gedeckte Schäden

Die «Hausrat-Kasko» übernimmt Schäden, die durch eine unvorhergesehene und plötzliche Einwirkung von aussen entstanden sind. Beispiele:

  • Ski oder Tennisracket geht kaputt.
  • Handy, Tablet oder Kamera fällt zu Boden und funktioniert nicht mehr.
  • Durch einen Sturz gehen Rennvelo und Velohelm kaputt.
  • Man beschädigt mit dem Besen oder Staubsauger den Flachbildschirm.
  • Eine unerklärliche Überspannung macht Elektrogeräte kaputt.

Hausrat-Kasko: Ungedeckte Schäden

Lang ist aber die Liste der nicht gedeckten Dinge und Schadenereignisse. Einige Beispiele:

  • Gegenstände, die sich dauernd im Freien befinden (etwa Gartenmöbel);
  • Berufsutensilien (etwa Laptop);
  • Schäden durch allmähliche Einwirkung von Temperatur, Witterung, durch Abnützung und Verschleiss;
  • Schäden durch Ungeziefer und Nager;
  • Kratz- und Lackschäden; Datenverlust, Schäden durch Computerviren;
  • Schäden durch wettkampfmässigen Einsatz der Sportgeräte;
  • wenn man etwas liegen lässt, verliert oder verlegt (siehe unten «Die All-Risk-Deckung ist lückenhaft»).

Schnäppchen sind selten

Immerhin gilt die Deckung weltweit, und in der Regel ersetzen die Versicherungen den Neuwert. Positiv ist auch, dass die meisten Kasko-Policen Handys und Hörgeräte abdecken. Ausnahmen: Die Basler schliesst Handys aus. Allianz und Axa schliessen Drohnen von der Deckung aus.

Die Preise sind relativ hoch und variieren je nach Umfang, Schadenssumme und Selbstbehalt. Beispiel: Bei einer Deckung von 2000 Franken und einem Selbstbehalt von 200 Franken kostet die Prämie zwischen CHF 66.60 (Vaudoise) und CHF 106.20 (Mobiliar) pro Jahr. Nur die «Zürich» liegt deutlich darunter: Einem 25-jährigen Kunden mit einer Versicherungssumme von 100'000 Franken bietet sie ihre Kasko für den ganzen Hausrat schon für 42 Franken pro Jahr an.

Die All-Risk-Deckung ist lückenhaft

Von den angefragten acht Versicherungen bieten nur Allianz und Helvetia eine All-Risk-Deckung an, die über eine Hausrat-Kasko hinausgeht. Dabei ist neben einer unvorhergesehenen Beschädigung oder Zerstörung auch der Fall gedeckt, dass man einen Gegenstand verliert oder er sonstwie abhandenkommt.

Doch die Liste der Ausschlüsse ist lang. So springt zum Beispiel die Helvetia nicht ein, wenn man das Handy oder das Hörgerät verliert. Die Bezeichnung «all risks» verspricht also mehr, als sie hält. Bei der Helvetia kostet eine Versicherungssumme von 2000 Franken 50 Franken pro Jahr, 5000 Franken kosten 125 Franken (Selbstbehalt 200 Franken). Bei der Allianz ist «all risk» erst ab einer Versicherungssumme von 200'000 Franken möglich und ersetzt die Hausratversicherung. Kosten: ab 770 Franken pro Jahr.

Kasko oder nicht? Drei Tipps

Beim Handy fährt man mit einer Hausrat-Kasko günstiger als mit einer speziellen Handyversicherung. Und hat damit gleich auch andere Gegenstände abgesichert.

Bei Elektrovelos muss man mit der Versicherung reden. Die Gesellschaften bieten dafür unterschiedlichste Lösungen an (Zusatz zur Fahrzeugversicherung, Wertsachenversicherung, Hausrat-Kasko, Fahrrad-Kasko, siehe Beobachter-Artikel «E-Bike Versicherung: Wie ist ein Diebstahl abgedeckt?»).

Für Schmuck, Uhren oder wertvolle Musikinstrumente wählt man besser eine Wertsachenversicherung.

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Mehr zu Hausratversicherung bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Eine Hausratversicherung schützt gegen die Risiken Feuer, Wasser und Diebstahl – mit der Zusatzversicherung «einfacher Diebstahl auswärts» auch ausserhalb der vier Wände. Guider zeigt seinen Mitgliedern, welche Zusätze der Hausratversicherung sich im konkreten Fall lohnen können.