Schweizer Investorin profitiert von deutschen Umweltschäden
Eine Chemiefabrik hat in Süddeutschland Mensch und Umwelt vergiftet und stand kurz vor der Schliessung. Jetzt hat eine Schweizer Firma das Werk übernommen. Sie strebt Gewinne im dreistelligen Millionenbereich an.

Der Chemiepark Gendorf in Oberbayern: Hier produziert die Firma Dyneon GmbH seit vielen Jahren PFAS.
Frank Bremauer trägt seine Überzeugung unübersehbar auf der Brust. Ein gefährlich aussehendes Fantasiewesen, dazu zwei Worte: «PFAS … monsterlijk». Das ist Niederländisch, aber leicht zu verstehen: monströs. Das skurrile T-Shirt hat er vom letzten Vernetzungstreffen mit belgischen Aktivistinnen und Aktivisten nach Hause gebracht. «Cool, nicht?»
Nun steht er in seinem Wohnzimmer im oberbayerischen Altötting und zeigt auf einer abgenutzten Landkarte, wie weit sich das neue Belastungsgebiet nach Hinweisen der Bodenexperten vom Landratsamt vermutlich erstrecken könnte: von Garching im Süden über Polling im Westen bis nach Reischach und eventuell sogar Erlbach im Norden. Das Problem liegt in den Gärten von Burghausen, auf den Feldern von Burgkirchen und auch in Altötting, wo Bremauer mit seiner Familie wohnt. 380 Quadratkilometer «Belastungsgebiet», kontaminiert mit Perfluoroctansäure (PFOA), einem Stoff aus der Gruppe der Ewigkeitschemikalien PFAS. Die Fläche entspricht zwei Dritteln des Landkreises Altötting.

