Die Frage nach dem, was sich hinter der Tür des Todes verbirgt, treibt die Menschheit seit Anbeginn um. Religionen und die christliche Theologie haben Glaubensgebäude geschaffen, die viele als sinnstiftend für ihr Leben erachten, die ihnen Mut und Zuversicht geben, ihnen die Angst vor der Ungewissheit, vor einem drohenden Nichts nehmen, indem sie eine erstrebenswerte andere Welt dahinter zeichnen.

Interessant ist: Auch die harten Wissenschaften der Neurobiologie und Physik sind in den letzten Jahren immer stärker in Gebiete vorgedrungen, wo sich das, was wir als erfahrbare Realität wahrnehmen, nur als Ausschnitt einer Weltvorstellung zeigt, die viel mehr umfasst als ein messbares Universum. Je genauer die Forscher hinsehen, desto faszinierender wird die Schöpfung. In ihrem Innersten bleibt sie unfassbar: Im Mikrokosmos verschwindet das, was wir Materie nennen, was greifbar ist, in eine Art Geisterteile mit Wellencharakter. Pulsierende Energiebündel schwingender Superstrings könnten quasi den Urstoff allen Seins bilden und sind in zig Dimensionen im physikalischen Raum denkbar.

Dieses Bild kann nicht angezeigt werden.

«Neue Theorien lassen ahnen, dass Natur und Geist universell verwoben sein könnten.»

Andres Büchi, Chefredaktor

Anzeige

Neuste Forschungen, wissenschaftliche Theorien und die erwiesene Relativität der Zeit lassen ahnen, dass Natur und Geist universell verwoben sein könnten. Die Frage nach einem existierenden «Jenseits» darf und muss damit neu gestellt werden.

Phänomene des menschlichen Gehirns könnten, so spekulieren manche Forscher, als Resonanzen schwingender, unvorstellbar winziger, saitenähnlicher Strings in der Raumzeit existieren. Denkbar wäre gemäss diesem theoretischen Modell, dass sogar die Information eines beliebigen Menschen und seiner Geschichte quasi über seinen biologischen Tod hinaus existiert.

Könnte es demnach wirklich möglich sein, mit Verstorbenen zu kommunizieren, wie das Spiritisten und Medien seit vielen Jahren hartnäckig behaupten? Haben Menschen wie Pascal Voggenhuber, der sagt, er könne mit Toten in Kontakt treten, besonders gute Antennen für eine weiter gefasste Wahrnehmung? Oder profitieren sie bloss von unserer Leichtgläubigkeit, die uns okkulte Phänomene vorgaukelt, wenn sich in Wahrheit einer lediglich wie ein Zauberer darauf versteht, einen Menschen und sein Verhalten möglichst präzise zu lesen und ihn entsprechend zu manipulieren?

Für die Titelgeschichte «Reden mit Toten – was ist da dran?» haben sich René Ammann und Gian Signorell auf Spurensuche begeben. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Beurteilung des Phänomens letztlich jedem selbst überlassen bleibt. Aber egal, von welcher Seite aus man es betrachtet, es bleibt eine tröstliche Vorstellung, dass es auch in unserer rationalen Welt durchaus Platz für die Hoffnung auf etwas gibt, was nach dem Tod kommt.

Anzeige

Die Titelgeschichte

Reden mit Toten – was ist da dran?

Selbst ernannte Medien behaupten, sie könnten Kontakt mit Verstorbenen aufnehmen. Was ist davon zu halten?

zum Artikel

Quelle: Bildmontage Beobachter

Der neue Beobachter ist da

Die Themen des aktuellen Hefts

Reden mit Toten: Ist eine Verbindung ins Jenseits möglich? / Datenschutz: Ihre Stimme verrät alles über Sie / Auf der Pirsch: Warum es immer mehr Jägerinnen gibt

Der Beobachter 22/2016 erscheint am Freitag, 28. Oktober. Sie erhalten die Ausgabe am Kiosk, als E-Paper oder im Abo.

Quelle: Bildmontage Beobachter
Anzeige

Neues Cover: Die Leser haben abgestimmt

Sie, liebe Leserinnen und Leser, haben vergangene Woche auf Facebook über das Beobachter-Titelbild abstimmen können. Wir waren von den Reaktionen überwältigt, mehr als 750 Stimmen sind eingegangen. Am Ende entschieden sich 77,3 Prozent für das Cover «B».

Herzlichen Dank für die rege Teilnahme!

Anzeige