Suizid in Psychiatrie
Sophies Leid – Chronik eines angekündigten Todes
Vor ihrem Suizid verschickt Sophie Abschiedsnachrichten. Freunde alarmieren die Psychiatrie in Basel, in der die 20-Jährige behandelt wird. Aber das Personal greift nicht ein. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Veröffentlicht am 14. Oktober 2026 - 05:00 Uhr

Die Trauerkarte der Familie. Das Foto, aufgenommen von Elio im Dezember 2022, ist eine Selbstinszenierung von Sophie.
Quelle: Angelika AnnenIn den letzten Stunden ihres Lebens verschickt Sophie etwa ein halbes Dutzend Nachrichten. An die Menschen, die ihr am nächsten sind. An ihre Weggefährten. An jene, die sie verstehen, weil sie genauso «anders» sind wie sie. Etwa weil sie auch eine Autismus-Diagnose haben, ADHS oder bei sich Borderline-Symptome sehen. Oder weil sie transgender sind wie Sophie – also ihr offizielles Geschlecht gewechselt haben.
Es ist der 27. Februar 2026. Sophie, 20 Jahre alt, liegt an jenem Freitagabend auf der Suchtstation der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel, Abteilung U3, Zimmer 1.64. Dort will sie endlich loskommen von den Benzodiazepinen, die sie seit drei Jahren nimmt. Anfänglich wegen ihrer Angst- und Panikzustände – bald wurden die Benzos zur Sucht.