In den letzten Stunden ihres Lebens verschickt Sophie etwa ein halbes Dutzend Nachrichten. An die Menschen, die ihr am nächsten sind. An ihre Weggefährten. An jene, die sie verstehen, weil sie genauso «anders» sind wie sie. Etwa weil sie auch eine Autismus-Diagnose haben, ADHS oder bei sich Borderline-Symptome sehen. Oder weil sie transgender sind wie Sophie – also ihr offizielles Geschlecht gewechselt haben. 

Es ist der 27. Februar 2026. Sophie, 20 Jahre alt, liegt an jenem Freitagabend auf der Suchtstation der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel, Abteilung U3, Zimmer 1.64. Dort will sie endlich loskommen von den Benzodiazepinen, die sie seit drei Jahren nimmt. Anfänglich wegen ihrer Angst- und Panikzustände – bald wurden die Benzos zur Sucht.