Frau Efionayi-Mäder, Sie beschäftigen sich seit vielen Jahren mit Migrations- und Rückkehrpolitik. Wie bewerten Sie Programme wie dasjenige des Internationalen Sozialdienstes Schweiz (SSI), das ausgeschaffte Personen in ihrem Herkunftsland unterstützt?
Ich halte diese Form der Rückkehrhilfe grundsätzlich für sinnvoll. Es geht nicht um eine standardisierte Lösung oder ein «ready-made package», sondern darum, gemeinsam mit der betroffenen Person etwas aufzubauen, was tatsächlich tragfähig ist. Wenn jemand nach einer schwierigen Zeit merkt, dass er ernst genommen wird und seine eigenen Ideen einbringen kann, dann ist das ein sehr motivierender Moment.

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Der Ansatz ist also eher persönlich als politisch?
Ja. Gerade das SSI-Programm unterscheidet sich von vielen anderen Projekten, weil es die Menschen in ihrer ganzen Individualität sieht. Das ist aufwendig, aber entscheidend. Die Projektverantwortlichen investieren Zeit, um Vertrauen aufzubauen, die lokalen Gegebenheiten zu verstehen und realistisch einzuschätzen, was vor Ort überhaupt möglich ist. Nur so kann etwas Nachhaltiges entstehen.