Es ist noch früh am Morgen, als Zvicer, 22, in einem Café nahe einer viel befahrenen Strasse in Tirana Platz nimmt. Er legt die Sonnenbrille auf den Tisch und entschuldigt sich dafür, dass er nicht viel Zeit haben wird. Er muss bald zur Arbeit, in der Garage seines Onkels flickt er Reifen und wechselt Öl. Zvicer ist erst seit neun Monaten wieder in Albanien, davor verbrachte er 17 Monate in der Justizvollzugsanstalt Bellechasse im Kanton Freiburg. 

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«Der grösste Fehler meines Lebens»

Zvicer war 18 Jahre alt, als er in die Schweiz reiste. Er habe gedacht, dass er dort auf dem Bau oder in einer Bar Geld verdienen könne, um sich und seine Familie in Albanien durchzubringen. «Ich wusste, dass die Schweiz ein reiches Land ist, und habe mir deswegen Hoffnung gemacht.» Er fand einen Job auf einer Baustelle, doch sein Chef habe ihn nicht richtig bezahlt. Also kündigte Zvicer. Kurz darauf liess er sich auf einen anderen Job ein: Drogenhandel. Und wurde verhaftet. «Es war der grösste Fehler meines Lebens», sagt er zum Beobachter.