Entzweite Familien, böse Erinnerungen – auch noch 20 Jahre danach
Eine Therapiestation im Thurgau beschuldigte vor 20 Jahren die Eltern von drei Patientinnen schwerster satanistischer Verbrechen – zu Unrecht. Heute wissen zwei Familien: Die Frauen sind noch immer dort.
Die sogenannte Satanic Panic tauchte erstmals in den 1970er-Jahren in den USA auf – eine Verschwörungsgeschichte über satanistische Zirkel, die angeblich ritualhaft morden und Kinder missbrauchen. Die abstruse Theorie sorgt derzeit erneut für Schlagzeilen, auch in der Schweiz. Sie taucht in der Fachwelt der Psychiatrie auf – und in Institutionen, die nicht selten freikirchlichem Gedankengut nahestehen.
Bei drei Familien löst das böse Erinnerungen aus: an die christliche Therapiestation Schnäggehuus im Thurgau. Dort wurden vor bald 20 Jahren ihre psychisch kranken Töchter behandelt. Die Nachwirkungen sind bis heute spürbar. Die Familien sind zerrissen, der Kontakt zu den Töchtern ist abgebrochen.
Rückblende ins Jahr 2003. Im idyllischen Hosenruck TG, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, leben drei Frauen im «Schnäggehuus». Die Angehörigen werden stutzig, als die Leitung der Institution ihnen verbietet, jegliche Verbindung mit ihren Töchtern aufzunehmen.

