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SorgerechtNicht so einfach mit dem Kind weg

Wer samt Kindern umziehen will, soll schriftlich bestätigen, dass der Partner einverstanden ist. Zumindest in Zürcher Gemeinden.

Nur wenn das Kindswohl am neuen Wohnort gefährdet ist, verlangt ein Gericht die Rückführung.
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Die Ehe ist gescheitert. Die Eltern leben getrennt, über den künftigen Wohnort der Kinder können sie sich nicht einigen. In solchen Fällen muss ein Gericht oder die Kesb entscheiden. So verlangt es das gemeinsame Sorgerecht seit 2014.

Die Realität sieht anders aus. Bevor ein rechts­kräftiger Entscheid vorliegt, meldet sich manche Mutter – seltener der Vater – samt Kindern bei der Einwohner­kontrolle ab und zieht um. Das bleibt meist ohne Konsequenzen. Denn nur wenn das Kindswohl am neuen Wohnort erheblich gefährdet ist, wird ein Gericht die Rückführung der Kinder verlangen.

Warum ist das Abmelden so einfach? «Ein Einwohneramt muss davon ausgehen, dass ein Elternteil im Sinne des anderen handelt», sagt Remo ­Buob, Präsident des Verbands Zürcher Einwohnerkontrollen. Es sei gemäss Gesetz nicht die Aufgabe der Einwohnerkontrolle, über eine familienrechtliche Situation zu urteilen.

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Der Verband ist sich aber bewusst, dass Abmeldungen ohne Einverständnis immer wieder vorkommen. In einem internen Schreiben empfiehlt er den Gemein­den darum, wegzugswillige Eltern schriftlich bestätigen zu lassen, dass der Partner einverstanden ist. «Weigert sich jemand, haben wir immerhin darauf aufmerksam gemacht, dass gegen das gemeinsame Sorgerecht verstossen wird», sagt Buob. In manchen Fällen könne man so ­einen überstürzten Wegzug verhindern. Wer unterschreibt, obwohl der Ex nicht einverstanden ist, riskiert zudem eine Strafe ­wegen Falschaussage und Irreführung der Behörden.

Veröffentlicht am 26. April 2016

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4 Kommentare

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Rahmel
Luka o. Bendel ich verehre dich! Kannst mich bitte anschreiben, ich hätte ein paar fragen an dich, da ich mich gerade in solch einer situation befinde.. schreib mur bitte rahmel@hotmail.ch

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Lukas O. Bendel
So sehr ich die Haltung des Verbands Zürcher Einwohnerkontrollen auch begrüsse, bleibt sie doch zu schwach! 1. Es ist bloss eine Empfehlung - und welche Behörde lastet sich schon selbst Konflikte (notabene gegen Mütter) auf. 2. Was kümmert die Mutter/den Vater die Strafe ­wegen Falschaussage und Irreführung der Behörden, wenn sie/er sich dadurch die Obhut über die Kinder und damit die "Macht" im Scheidungskrieg sichern kann. FAZIT: Solange egozentrische Wegzüge nicht stärker sanktioniert werden, bleiben die Scheidungskinder die Geiseln im Hin-und-Her ihrer getrennten aber eben untrennbaren Eltern.

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Lukas O. Bendel
@ Rita: Verstehen Sie Emanzipation effektiv als Einbahnstrasse: Den Frauen dieselben Rechte, den Männern aber nicht? Gleichberechtigung ist das nicht - aber sicherlich eine weitverbreitete Auffassung unter Feministinnen.

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Rita
Wieder ein Grund mehr auf Familie und Ehe zu verzichten. Ist das der Preis für die Jahrzehnte der Emanzipation?

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