Monica Gschwind, FDP-Bildungsdirektorin im Kanton Baselland, will die Einhaltung «hiesiger Werte und Rituale» sowie die Berücksichtigung «bürgerlicher Pflichten» an den Schulen ihres Kantons juristisch regeln. Dies, weil sich vergangenes Jahr in Therwil BL zwei muslimische Schüler geweigert hatten, ihrer Lehrerin die Hand zu schütteln, da dies mit ihrem Glauben nicht vereinbar war.

Wer fortan an der Schule gegen «hiesige Werte» verstösst, müsste mit einer Strafe rechnen – oder, wenn er Ausländer ist, mit einer Meldung ans Migrationsamt. Doch wann verstösst ein Schüler gegen «hiesige Werte»? In einem Gespräch mit Tele Basel bezieht sich die FDP-Frau auf die Bundesverfassung: Sie denke an Schweizer Werte wie Pünktlichkeit, die korrekte Entsorgung des Abfalls oder die Gleichstellung der Geschlechter.

Diese Aufzählung lässt uns ratlos zurück. Wenn Simonetta* in Zukunft ein PET-Flasche in den normalen Abfall wirft – muss diese dann am freien Samstag dem Schulwart helfen? Wenn Xherdan* nur Jungs in seine Fussballmannschaft wählt – ist er dann ein Fall fürs Migrationsamt? Und wenn Irina* verschläft und zu spät zur Schule kommt – wird dann ihre Familie ausgeschafft?

* Namen sind rein zufällig ausgewählt und gänzlich erfunden.

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Und jetzt sind Sie gefragt, liebe Leserinnen und Leser: Schreiben Sie in die Kommentare, welche Werte die wichtigsten sind – und welche Strafen fällig sein sollten. Wir senden die besten Vorschläge anschliessend ins Baselbiet. Monica Gschwind wird es Ihnen danken.