
Veröffentlicht am 7. Juni 2026 - 06:00 Uhr

Bauarbeiter Gëzim Zuka (Name geändert) stürzte im Jahr 2008 durch eine mangelhafte Treppenabdeckung.
Gëzim Zuka ist kein Mann der grossen Worte. Schlimm sei es gewesen. Sehr schlimm. Und es habe lange gedauert. «Aber jetzt ist es gut gekommen.» Was er im Gespräch in vier kargen Sätzen zusammenfasst, ist die Geschichte eines Unglücks, die 2008 ihren Lauf nimmt und nun, 17 Jahre später, zu einem vorläufigen Ende kommt.
Es begann mit einem Job, wie Zuka, der in Wahrheit anders heisst, ihn schon viele Male zuvor erledigt hatte. Als Eisenleger wurde er auf die Baustelle eines Wohnhauses im Kanton Zürich beordert, wo er auf dem Flachdach Armierungsarbeiten vornehmen sollte. Das kann man sich in etwa so vorstellen: Bevor Beton gegossen wird, baut ein Eisenleger eine Art Skelett aus Stahlstangen. Dieses sorgt dafür, dass das Gebäude die nötige Stabilität erhält. Eine wichtige Arbeit, die Präzision, Ausdauer und Muskelkraft erfordert – Eigenschaften, die Zuka mit seinen damals 32 Jahren zweifelsohne mitbrachte.