Spannende Geschichten beginnen manchmal mit einem anonymen Tipp. «Leon Born* führt massenhaft Firmen in den Konkurs und schädigt so systematisch die Gläubiger und den Staat, der für die Liquidationskosten aufkommen muss.» Dieser Hinweis landete vor zwei Jahren bei Sichermelden.ch, der Whistleblower-Plattform des Beobachters. 

Ein weiterer meldete vor drei Jahren, dass mehrere Zürcher Gemeinden unrechtmässige Steuereinschätzungen vornehmen. Und dann war da der Tipp auf unerwünschte Nebenwirkungen von Medikamenten, mit denen man am Berner Inselspital fahrlässig umgehe: bestens dokumentiert Inselspital Bern Schlamperei mit Nebenwirkungen – aber anonym.

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So funktioniert sichermelden.ch

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Alle drei Hinweise meldeten Missstände, liessen sich durch Recherchen erhärten, und der Beobachter berichtete darüber. Die Nachforschungen waren aufwendig und zeigten, dass die Hinweisgeber gute Gründe hatten, anonym zu bleiben. Ihre Schilderungen waren so detailreich und stimmig, dass klar war: Sie stammten von Insidern, die sich schützen mussten – weil die Missstände in ihrem nächsten beruflichen Umfeld zu finden waren.

Die meisten Hinweise erreichen die Redaktion aber ganz unspektakulär. Wer anregen will, dass der Beobachter über ein bestimmtes Thema berichten soll, meldet das ganz einfach über Post oder E-Mail

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Für die, die besonderen Schutz brauchen, gibt es seit 2011 Sichermelden.ch. Auf der Whistleblower-Plattform kann man absolut anonym auf Missstände hinweisen und dem Beobachter auch Dokumente zukommen lassen. Bisher sind über 2400 Meldungen auf diesem Weg in der Redaktion eingetroffen.

Der Nachteil des bisherigen Systems: Wenn ein Tippgeber keine Kontaktdaten hinterliess, waren die Infos oft nicht nachprüfbar. Die Folge: Die Recherchen führten ins Nichts.

Nachfragen ist nun möglich

Das ist nun anders. Wer sich über Sichermelden.ch anonym meldet, erhält eine Nummer und muss ein Passwort festlegen. Damit kann er sich auf einer verschlüsselten Website einloggen. Dort ist die Meldung abgelegt – und dort kommuniziert man mit dem Beobachter. So kann die Redaktion bei Unklarheiten jetzt auch bei Tippgebern nachfragen, die ihren Namen nicht angeben möchten. 

Möglich macht das eine verschlüsselte Software-Plattform der Zürcher Firma Integrity Line, die vor allem bei Banken und Verwaltungsstellen zum Einsatz kommt. Der Beobachter stellt als erstes Schweizer Medium diese fortschrittliche Technologie Whistleblowern zur Verfügung. 

Whistleblower Julian Assange in Gefahr

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Der Gründer der Whistleblower-Plattform Wikileaks sitzt seit zehn Monaten in London in Auslieferungshaft. Sein Schicksal zeigt, wie die Mächtigen versuchen, Whistleblower zum Schweigen zu bringen.

Quelle: Brightcove

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