Stellen Sie sich einmal vor, dass Sie in einem Strafverfahren als Zeuge vorgeladen wurden. Sie haben keine Ahnung, worum es geht. Zu Beginn der Einvernahme erklärt Ihnen die untersuchende Staatsanwältin, dass man Ihrem Bruder vorwirft, er sei an einem Einbruch ins Kunsthaus (Sachbeschädigung) samt Entwendung mehrerer wertvoller Bilder (Diebstahl) beteiligt gewesen. Und dass Ihr Bruder angegeben habe, er sei zum Tatzeitpunkt bei Ihnen zu Besuch gewesen.

Ihnen wird mulmig zumute: Der Bruder war schon seit Jahren nicht mehr bei Ihnen zu Hause. Spätestens jetzt muss Sie die Staatsanwältin da­rauf hinweisen, dass Sie die Aussage verweigern dürfen, weil Sie in einer engen verwandtschaftlichen Beziehung zum Verdächtigen stehen.