Brauche ich für eine private WM-Bar eine Bewilligung?

Das kommt vor allem darauf an, ob Sie die Gäste persönlich einladen oder ob die WM-Bar für alle Interessierten geöffnet sein soll. Im zweiten Fall brauchen Sie wahrscheinlich eine Bewilligung – etwa eine Veranstaltungs- oder Festwirtschaftsbewilligung.

Heikel wird es bereits, wenn Sie am Arbeitsplatz mit Plakaten für die Bar werben und jedermann willkommen heissen. Dasselbe gilt, wenn Sie Eintritt verlangen oder Essen und Getränke verkaufen. Am besten erkundigen Sie sich vorgängig direkt bei der Gewerbepolizei, der Stadt- oder Gemeindeverwaltung.

Wann benötige ich die Rechte für eine TV-Übertragung?

Wenn Sie mit Nachbarn, Verwandten oder Freunden die Spiele auf dem Fernseher in der Stube oder im eigenen Garten mitverfolgen, benötigen Sie keine spezielle Lizenz. Das gilt auch, wenn Sie das TV-Signal ab dem Computer über einen Beamer projizieren. Voraussetzung ist einzig, dass Sie den privaten TV-Empfang bei der Billag angemeldet haben.

Wenn Sie die Spiele hingegen ausserhalb der Privatsphäre zeigen (zum Beispiel an Quartierfesten, Vereinsanlässen oder im Büro), müssen Sie eine Urheberrechtsvergütung entrichten. Diese ist bereits bezahlt, wenn Sie bei der Billag für den gewerblichen respektive kommerziellen TV-Empfang gemeldet sind und die Diagonale der Bildfläche nicht grösser ist als drei Meter.

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Wenn Sie nur während der Weltmeisterschaft einen solchen Fernseher oder eine solche Leinwand aufstellen möchten, sind Sie mit einer einmaligen Gebühr von 26 Franken an die Urheberrechtsgesellschaft Suisa mit von der Partie. Für Public Viewings auf grösseren Bildflächen sollten Sie vorgängig bei der Suisa nachfragen (www.suisa.ch).

Wie muss ich auf die Nachbarn Rücksicht nehmen?

Denken Sie an den Lärmschutz: Informieren Sie frühzeitig die Nachbarn und beachten Sie die Ruhezeiten. Je nach Lärmempfindlichkeit der Nachbarschaft verlegen Sie die WM-Spiele nach 22 Uhr besser ins Hausinnere. Übrigens: Das Aufstellen von Lautsprechern im Freien braucht – je nach Stadt oder Gemeinde – eine Bewilligung.

Wie stehts mit Fussballgucken während der Arbeitszeit?

Die WM in Brasilien ist arbeitgeberfreundlich: Gekickt wird nach Feierabend.

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Aber: Darf ich Überstunden am Abend verweigern, wenn der Anpfiff um 18 Uhr erfolgt? Kann mir der Chef verbieten, das Trikot der Lieblingsmannschaft am Arbeitsplatz zu tragen? Und was, wenn ich mich wegen ausgedehnten Feierns am Morgen verspäte?

Die Antwort ist simpel: Das Schweizer Arbeitsrecht kümmert sich nicht um Weltmeisterschaften und ähnliche Grossereignisse. Arbeitgeber müssen zwar die Gesundheit und die Persönlichkeit der Arbeitnehmenden am Arbeitsplatz schützen – auf ihre sportlichen Leidenschaften Rücksicht nehmen müssen sie aber nicht.

Und so ist auch während der WM voller Einsatz im Job geschuldet. Überstunden sind zumutbar, sofern die betriebliche Dringlichkeit nachgewiesen ist. Und an den üblichen Dresscodes für Personen mit Kundenkontakt können auch Pirlo, Ronaldo und Co. nichts ändern.

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Immerhin eine gute Nachricht aus Deutschland: Die fristlose Entlassung eines Verkäufers, der während der letzten WM am Arbeitsplatz Fussball guckte, wurde von einem dortigen Gericht für unzulässig erklärt. Der Angestellte habe sich während der Weltmeisterschaft «sozial adäquat» verhalten. Ohne Verwarnung hätte man ihn nicht entlassen dürfen.