
Die Tuberkulosefälle in der Schweiz nehmen stark zu. Kein Wunder, sagt eine Whistleblowerin.
Als die Familie im Spätsommer 2024 im Bundesasylzentrum (BAZ) Altstätten SG eintraf, war sie schwer krank: Die Mutter hatte schon im Ausland die Diagnose erhalten, dass sie Tuberkulose hat, und schluckte täglich Medikamente. Ihr Mann und eines der Kinder husteten stark und wiesen ebenfalls Symptome der Krankheit auf. Ein weiteres Kind hatte zudem ein offenes Ekzem, das stark juckte – ein mögliches Symptom einer sogenannt kutanen Tuberkulose.
Die erfahrene Pflegefachfrau Dora Wismer war im BAZ für die erste medizinische Abklärung der Familie zuständig – und sofort alarmiert. Sie hatte schon ein paar Wochen zuvor bemerkt, dass ein Asylsuchender mit einer im Ausland diagnostizierten Tuberkulose nicht isoliert worden war. Ihre Korrespondenz mit verschiedenen Stellen liegt dem Beobachter vor.