Als Erstes hört Mariana Silva ein Rascheln und das Tuscheln der Pflegekräfte. Ihre Glieder sind noch schwer von der Narkose. Die Schwerkraft drückt sie tief in die Kissen. Als sie es schafft, die Augen zu öffnen, neigt sie den Kopf, schaut auf ihren Körper hinunter; er ist nicht mehr als die Wölbung unter der wattierten Spitaldecke. Und er wird nie mehr der Gleiche sein wie vor der Operation.

Es ist der 29. August 2022. Zwar spürt Silva, die eigentlich anders heisst, ihr rechtes Bein nicht mehr. Aber das beunruhigt sie noch nicht gross. Wird schon wieder, denkt sich die 27-Jährige. Bevor sie ins Zimmer verlegt wird, soll sie noch urinieren. Doch sie muss nicht. Also gibt man ihr zu trinken. So lange, bis das Laken unter ihr einen dunklen Fleck bekommt. Die Blase hat sich von selbst entleert. Leichte Panik bei Silva. «Geht doch», meinen die Pflegekräfte – und schieben sie auf die Station.

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