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Angina PectorisDas eingeschnürte Herz

Eines der wichtigsten Anzeichen für ein Herzproblem ist ein Engegefühl in der Brust, die Angina Pectoris. Wer darunter leidet, sollte umgehend zum Arzt.

Nur vorübergehend etwas ausser Atem, oder stimmt mit dem Herzen etwas nicht? Ein Engegefühl in der Brust kann auf eine Angina Pectoris hindeuten.
Von aktualisiert am 11. April 2019

Wie jeden Morgen gehen Sie flotten Schrittes zur Bushaltestelle. Bisher haben Sie dabei nichts Aussergewöhnliches an sich festgestellt. Die letzten paar Male aber verspürten Sie plötzlich eine Enge in der Brust Angina Pectoris Wenn das Herz zur Zeitbombe wird .

An der Haltestelle angekommen, lehnen Sie sich ans Wartehäuschen und atmen kräftig durch. Innert weniger Minuten sind die Beschwerden verschwunden. Vielleicht, beruhigen Sie sich, bin ich nur etwas ausser Atem geraten. Dennoch bleibt ein ungutes Gefühl.

Möglicher Hinweis auf Angina Pectoris

Tatsächlich können solche Beschwerden auf eine ernsthafte Herzkrankheit hindeuten. Brustenge heisst im Lateinischen Angina Pectoris. Sie wird ausgelöst, wenn das Herz nicht mehr genügend Sauerstoff bekommt. Ursache dafür sind verengte Herzkranzgefässe, was meist eine Folge von Arteriosklerose ist: Die Arterien haben sich durch eingelagertes Fett oder Verkalkungen über längere Zeit hinweg krankhaft verändert. In den Gefässwänden sind Ablagerungen, sogenannte Plaques, entstanden. Das Gefäss kann sich verengen oder sogar ganz verschliessen.

Neben der Enge in der Brust können anfallartige Schmerzen, ein starkes Druckgefühl oder ein Brennen hinter dem Brustbein typische Symptome einer Angina Pectoris sein. Nach Angaben der Schweizerischen Herzstiftung strahlt der Schmerz manchmal in den Hals, die Arme, die Schultern oder den Bauch aus. Auch können die Schmerzen mit Atemnot verbunden sein.

Nicht jeder Mensch spürt die Vorzeichen

«Bei rund 20 Prozent der Patienten kommt es zu den typischen Beschwerden, wenn sie sich körperlich anstrengen, also das Herz mehr leisten muss», sagt der Hans Rickli, Chefkardiologe am Kantonsspital St. Gallen. Vermehrt treten die Symptome auch dann auf, wenn es draussen kalt ist. Oder nach dem Essen, wenn der Kreislauf durch die Verdauung stärker belas­tet wird. Was die Diagnose erschwert: Rund 20 Prozent der Menschen, die unter Belas­tung eine Durchblutungsstörung haben, verspüren die typischen Symptome gar nicht.

Mediziner unterscheiden zwei Formen von Angina Pectoris:

  • Eine stabile Angina Pectoris liegt vor, wenn die Schmerzattacken immer gleichförmig verlaufen und sie im Ruhezustand oder mit den vom Arzt verschriebenen Medikamenten nachlassen.
  • Ändert sich der Charakter der Schmerzattacken (häufigere Anfälle, stärkere Schmerzen, ungenügende Wirkung der Medikamente), spricht man von einer instabilen Angina Pectoris. Sie zeigt sich auch im Zustand körperlicher Ruhe. Ist dies der Fall, besteht ein hohes Herzinfarktrisiko. «Deshalb sollten die Patien­ten sofort ins Spital eingewiesen werden», warnt die Schweizerische Herzstiftung auf ­ihrer Website.

Frühe Diagnose beugt Spätschäden vor

Auch bei einer stabilen Angina Pectoris lautet die Empfehlung: Lassen Sie sich von einem Spezialisten untersuchen. Dies nehmen sich Patien­tinnen und Patien­ten offenbar zu Herzen. «Sie gehen heute schneller zum Arzt, wenn sie das Engegefühl in der Brust wahrnehmen», sagt Kardiologe Hans Rickli. Rechtzeitiges Handeln und eine frühzeitige Diagnose sind wichtig, um Spätschäden wie Herzschwäche vorzubeugen. Deshalb gilt: Auch wer keine Beschwerden hat, sollte regelmässig zur Vorsorgeuntersuchung Vorsorge Was bringen Check-ups? .

Ärzte erfassen dabei idealerweise immer zuerst die Vorgeschichte des Patienten und ermitteln ein paar Standardfaktoren wie Blutdruck Bluthochdruck Lautlose Gefahr und Blutwerte. Auch das EKG gehört oft zu den ersten Untersuchungsschritten: Die elek­trischen Ströme im Herzmuskel werden mittels Elektroden registriert und als Herzstromkurve aufgezeichnet. Mit einem EKG kann man unter anderem feststellen, ob der Patient früher einen Herzinfarkt erlitten hat.

Mit diesen Test wird eine Angina Pectoris ermittelt

Es gibt heute eine Reihe von speziellen Verfahren, um Durchblutungsstörun­gen am Herzen dingfest zu machen. Dazu zählen:

  • Belastungs-EKG oder Ergometrie
    Der Arzt misst die Herzströme, während der Patient oder die Patientin auf dem Veloergometer pedalt. Stimmt am Herzen etwas nicht, zeichnet sich der Sauerstoffmangel im EKG ab.
  • Echokardiografie
    Der Herzultraschall zeigt, wie die einzelnen Strukturen des Herzens aussehen und wie sie funktionieren. Mit der Echokardiografie lässt sich unter anderem der Blutfluss im Herzen untersuchen.
  • Koronarografie
    Mit ihr lassen sich die Herzkranzgefässe (Koronarien) bildlich darstellen. So findet der Arzt beispielsweise Engstellen in den Gefässen, die Angina Pectoris auslösen. Der Chirurg schiebt unter örtlicher Betäubung einen Draht und einen kurzen Schlauch durch eine Arterie in der Leistengegend und fixiert sie. Durch diese «Schleuse» führt er einen ­Katheter bis in die Hauptschlagader in der ­Nähe des Herzens. Durch den Katheter wird Kontrastmittel in die rechte und linke Herzkranzarterie gespritzt, gleichzeitig wird ein Röntgenfilm aufgenommen. Dank des Kontrastmittels werden die Herzkranzarterien im Röntgenbild sichtbar.
  • Myokard-Perfusions-Szintigrafie
    Damit untersucht man den Blutfluss im Herzmuskel, um beispielsweise Stellen zu erkennen, die zu wenig durchblutet sind. Man spritzt dazu eine winzige Menge einer radioaktiven Substanz in die Armvene des Patien­ten. Eine Strahlen­detektorkamera erfasst die Signale, die von den radioaktiven Teilchen ausgehen, und erstellt daraus ein Bild vom Herzen. An den Stellen, an denen viele Signale erfasst werden, ist der Herzmuskel gesund. Dort, wo es nur wenige Signale gibt, ist er schlecht durchblutet. Die Untersuchung wird sowohl in Ruhe als auch unter körperlicher Belastung durchgeführt.
  • Mehrschicht-Spiral-Computertomografie (MSCT)
    Dabei handelt es sich um eine moderne und schnelle Technik. Sie macht einerseits Verkalkungen in den Herzkranzgefässen sichtbar und kann anderseits helfen, eine koronare Herzkrankheit auszuschliessen.

«Wissen, was dem Körper gut tut.»

Chantal Hebeisen, Redaktorin

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