Recherche im Internet, ­bevor man zum Arzt geht: Gesundheitsportale oder die Enzyklopädie Wikipedia sind für viele die erste Anlaufstelle, wenn sich irgendwelche Symptome zeigen oder wenn Fragen zu ­einer Krankheit auftauchen. Entsprechend gross und un­übersichtlich ist das Angebot. Wie soll ein Laie beurteilen, was seriös ist?

«Werfen Sie einen Blick ins ­Impressum», rät Martin Denz, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Telemedizin und eHealth. Es sei wichtig, zu wissen, wer hinter der Webseite steht, welche Interessen ver­treten werden. Ob die Informationen aktuell sind und eine Quelle genannt ist – auch dies hält Denz für wesentlich.

Seriöse Quellen sind zum Beispiel Fachgesellschaften, Unis oder renommierte Institutio­nen. Ein weiteres Kriterium: Werbung und redaktioneller ­Inhalt müssen sauber getrennt sein; Anzeigen oder gesponserte Beiträge müssen klar ­ersichtlich sein.

Achten Sie auch darauf, ob die Infos übersichtlich und verständlich präsentiert werden. Sprich: Gibt es für Laien auf­bereitete Lexika zu Krankheits­bildern, Symptomen, Behandlungen? Finden Sie auch Gesundheitstipps und -nachrichten? Zwei ebenfalls wichtige Fragen: Können sich Nutzer mit Experten und anderen Betroffenen austauschen, und gibt es ein Feedbackformular?

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Auch Gütesiegel können Orientierungshilfe bieten. Ein bekanntes Zertifikat ist HONcode. Es prüft unter anderem, ob die Inhalte der Wahrheit entsprechen und die Vertraulichkeit von individuellen Daten gewährleistet ist. Nachteil: Portale können sich laut Denz mit dem Logo selbst auszeichnen. Eine qualitative Überprüfung aller Angebote sei nur punktuell möglich.

Sich zusätzlich informieren, ­einen Arzttermin vorbereiten, eine Zweit- oder Drittmeinung einholen – dazu wollen Gesundheitsportale beitragen. Seriöse Anbieter weisen darauf hin, dass Ferndiagnosen, Unter­suchungen und Behandlungen unmöglich sind und dass sie das persönliche Gespräch mit einem Mediziner nicht ersetzen können. Deshalb: Wen etwas plagt, so die Empfehlung, der sollte zum Doktor gehen.

Die deutsche Stiftung Warentest rät darüber hinaus:

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  • Erwarten Sie nicht zu viel. ­Gesundheitsportale bieten ­allgemeine Informationen, selten aber solche zum ­eigenen, speziellen Fall.
     

 

  • Viele Plattformen sind sehr allgemein. Wollen Sie mehr über bestimmte Krankheiten erfahren, helfen spezialisierte Seiten weiter. In der Schweiz etwa jene der Herzstiftung, www.swissheart.ch, der Krebsliga, www.krebsliga.ch, oder der Lungenliga, www.lungenliga.ch.
     

 

  • In Foren schreiben Laien für Laien, dabei wird oft geschludert, inhaltlich wie sprachlich. Verlassen Sie sich nicht auf deren Ansichten.

Gesundheitsplattformen

www.beobachter.ch/gesundheit: Auf der Gesundheitsplattform des Beobachters finden Sie medizinisch fundierte, leicht verständliche Informationen rund um das Thema Gesundheit sowie Hilfestellungen und Ratschläge zu Krankheiten, Symptomen, Behandlungsmöglichkeiten und Heilungsaussichten.

www.onmeda.de: Betreiber ist das Internetunternehmen gofeminin.de GmbH, es arbeitet auch mit dem Beobachter ­zusammen. Mit Bildergalerien zu Schwerpunktthemen.

www.pharmawiki.ch: 2007 von Apotheker Alexander Vögtli gegründet. Das Portal bietet nach eigenen Angaben unabhängige und umfassende Infos über Arzneien und zur Gesundheit.

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