«Kommst du endlich? Wir müssen noch ins Musee d’Orsay und ins Rodin-Museum!» Elisabeth verliert langsam, aber sicher die Geduld. Ehemann Heiner entpuppt sich als «lahme Ente» – und das ausgerechnet während der lange herbeigesehnten Ferien in Paris. Immer wieder will er sich hinsetzen und die Schuhe ausziehen. Dabei gäbe es so viel zu sehen! Und dann diese ewigen Klagen: «Ich kann nicht mehr weiter. Mein Hühnerauge tut so weh.» Jetzt hat man endlich mal ein paar freie Tage, und Heiner jammert wegen eines Hühnerauges! Elisabeths Stimmung ist am Tiefpunkt.

Doch sie sollte mehr Geduld mit ihrem Mann haben; er ist kein wehleidiger Spielverderber. Mit einem entzündeten Hühnerauge oder einer Dornwarze Viren Warts ab, Warze! am Fuss ist es schon mühsam, vom Wohnzimmer in die Küche zu kommen. Ganz zu schweigen von längeren Fussmärschen.

Das einzige garantiert wirksame Rezept gegen die Fussschmerzen ist in solch einem Fall einfach, macht aber jeden Plan eines gemütlichen Stadtbummels vorzeitig zunichte: Schuhe ausziehen und die Füsse schonen.

Zu enge Schuhe ausziehen

Hühneraugen sind Hornhautkegel, die pyramidenförmig in die Tiefe der Haut wachsen. Wenn Druck auf das Hühnerauge ausgeübt wird - zum Beispiel durch einen zu engen Schuh - führt dies zu Fussschmerzen.

Hühneraugen entstehen vor allem durch zu enge oder schlecht sitzende Schuhe. Wenn eine Stelle des Fusses einem ständigen Druck ausgesetzt wird, bildet sich dort Hornhaut. Durch den ständigen Druck von aussen wird verhindert, dass an der obersten Hautschicht weitere Hornschichten entstehen können. Somit dringen die Verhornungen pyramidenförmig in tiefere Hautschichten ein.

Eine typische Hühneraugenstelle ist die Oberseite des kleinen Zehs. Die erste Vorbeugungsregel lautet deshalb: offene oder zumindest gut sitzende, bequeme Schuhe tragen. Wichtig ist auch eine regelmässige Fusspflege Füsse Ohne Pflege gehts nicht – zum Beispiel das Eincremen der Füsse, damit diese geschmeidig bleiben und sich erst gar keine Hornhaut bilden kann.

Erste Hilfe bei Hühneraugen können gepolsterte Pflaster sein. Diese nehmen den Druck oder Reibung an der empfindlichen Fussstelle. Um Hühneraugen zu entfernen ist von Tinkturen oder Pflastern mit Salicylsäure abzuraten: Denn gelangen die hornhautlösenden Substanzen auf die gesunde Haut, verletzten sie ein zu grosses Hautareal. Naturheilkundler empfehlen zum Beispiel Teebaumöl und Apfelessig, da diese die Aufweichung der Hornhautverdickungen fördern.

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Am besten werden Hühneraugen von einem Podologen Berufsbildung Wo die Fusspfleger der Schuh drückt  entfernt. Dabei wird mit einem Skalpell die Verhornung herausgeschält. Ein solcher Eingriff ist schmerzfrei und lindert die Beschwerden rasch. Trotzdem sollte man weiterhin die Füsse pflegen und bequeme Schuhe tragen.

Hartnäckige Warzen

Ebenso hartnäckig wie Hühneraugen, aber weniger schmerzhaft sind Warzen. Diese gutartigen Hautwucherungen werden durch verschiedene Papillomaviren hervorgerufen, die über kleine Verletzungen in die Haut eindringen.

Die herkömmlichen Warzen (Verrucae vulgares) kommen hauptsächlich an den Händen, im Gesicht und am Hals vor. Im Gegensatz dazu besiedeln Dornwarzen (Verrucae plantares) die Fusssohlen. Ähnlich wie Hühneraugen wachsen sie in die Tiefe der Haut und bilden einen harten Hornpfropf, der beim Gehen stechende Schmerzen verursachen kann.

Feig- oder Feuchtwarzen (Condylomata) werden durch sexuellen Kontakt übertragen. Sie bilden an den Geschlechtsorganen und in der Afterregion rosafarbene Wucherungen. Von bestimmten Feigwarzenformen weiss man, dass sie die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs fördern. Feigwarzen sollte man deshalb unbedingt vom Arzt abklären lassen.

Nicht an Warzen herumschneiden!

Bei Kindern bilden sich Warzen nach einiger Zeit meist von allein zurück. Will man selbst gegen Warzen vorgehen, stehen Warzenmittel als Pflaster oder Lösung zur Verfügung, die die einzelnen Schichten der Warze langsam auflösen. Die Substanzen dürfen aber auf keinen Fall mit gesundem Hautgewebe in Berührung kommen. Auch im Gesicht oder an den Schleimhäuten haben sie nichts zu suchen.

Homöopathie und die Naturheilkunde halten ebenfalls ein reichliches Angebot an unterschiedlichen Warzenmitteln bereit. Besonders wirksam ist Schöllkrautextrakt oder -saft.

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Auf jeden Fall gilt: nicht eigenhändig an Warzen herumschneiden! Denn durch unsachgemässes Hantieren verschleppt man die Viren: Unter Umständen breiten sich die Warzen dann auf andere Körperstellen aus.

Helfen alle Mittel nicht, bleibt nur noch der Weg zum Arzt oder Podologen. Je nach Warzenart werden die Wucherungen mit Kälte, Laser, Skalpell oder mit Medikamenten entfernt.

«Wissen, was dem Körper gut tut.»

Chantal Hebeisen, Redaktorin

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