SommerferienErste Hilfe für Ihr Kind

Mückenstiche, Wunden oder zu viel Sonne: So reagieren Sie richtig. Bild: Anne Seeger und Andrea Klaiber

Scherben, Stiche, Sonnenbrand – der Sommer hält ein paar fiese Überraschungen bereit. Was dagegen hilft und was man besser seinlässt.

von Rebecca Wyssaktualisiert am 2017 M07 06

Sonnenstich

Viel Sonne ist besonders für Babys und Kleinkinder gefährlich. Ihre Schädeldecke ist dünn, die Haare sind noch spärlich. Typisch für einen Sonnenstich sind ein hochroter Kopf, Erbrechen, Benommenheit oder gar Fieber. 
Das hilft: Gehen Sie sofort raus aus der Sonne! Legen Sie das Kind im Schatten auf den Rücken und stützen Sie seinen Oberkörper auf. Das schmälert den Druck aufs Gehirn. Kühlen Sie den Kopf mit kalten Tüchern. 
Wichtig: Gehen Sie im Zweifel lieber zum Arzt.
Tipps: Achten Sie darauf, dass das Kind nicht zu lange der Sonne ausgesetzt ist. Es soll einen Hut tragen sowie regelmässig und genug trinken. Zwischen 12 und 15 Uhr sollen Kinder im Schatten bleiben.

 

 

Sonnenbrand

Sonnenbrand

Die Haut vergisst keinen Sonnenbrand. Und er entsteht schnell, gerade bei Kindern.
Das hilft: Spülen Sie die Haut bei leichteren Verbrennungen längere Zeit mit kaltem Wasser ab oder halten Sie betroffene Stellen mit kalten Umschlägen kühl. Dazu ein Küchentuch mit Quark oder Joghurt bestreichen. Auch empfehlenswert ist es, betroffene Stellen mit Aloe-vera-Gel einzureiben. Wichtig ist zudem, ganz viel zu trinken.
Tipps: Verwenden Sie keine fett- oder alkoholhaltigen Cremen – wegen der Infektionsgefahr. Aus demselben Grund dürfen Sie allfällige Blasen nicht öffnen. Suchen Sie bei schlimmen Blasen besser den Arzt auf. 

 

 

Wespen- und Bienenstiche

Wespen- und Bienenstiche

Die Stiche tun nicht nur weh, für Allergiker sind sie richtig gefährlich.
Das hilft: Entfernen Sie bei einem Bienenstich den Stachel. Desinfizieren und kühlen Sie die Einstichstelle möglichst rasch oder legen Sie eine aufgeschnittene Zwiebel darauf. Wichtig: Gehen Sie sofort zum Arzt, wenn der Stich im Mundraum erfolgt ist oder wenn er Schwindel, Atemnot oder Brechreiz auslöst. Unterwegs Hals kühlen – und Glace lutschen.
Tipp: Lassen Sie Speisen und Getränke nicht offen stehen, das lockt Bienen und Wespen bloss an.

 

 

Qualle

Quallen

Schon kurzer Kontakt mit einer Qualle kann verheerend sein. Ursache für den Schmerz sind auf die Haut abgegebene Nesselkapseln, wenn sie aufplatzen.
Das hilft: Entfernen Sie die Nesseln mit Essig, zur Not mit Meerwasser. Sie können auch Rasierschaum auf die Haut auftragen und nach dem Trocknen mit einer Kreditkarte abschaben. Vermeiden Sie aber den Kontakt mit den Händen und kühlen Sie danach die betroffene Stelle. Wichtig: Gehen Sie sofort zum Arzt, wenn Übelkeit, Schwindel und Atemnot auftreten. 
Tipps: Entfernen Sie die Nesseln nie mit der Hand oder einem Handtuch. Auch Süsswasser oder Alkohol bringen die Nesselkapseln zum Platzen. 

 

 

Mücken- und Bremsenstich

Mücken- und Bremsenstich

Der Juckreiz kommt vom Sekret, das die Mücke vor dem Saugen unter die Haut spritzt. Damit betäubt sie die Einstichstelle. 
Das hilft:
Bestreichen Sie die Einstichstelle mit gesalzenem Wasser. Das lindert den Juckreiz. Danach können Teebaumöl oder Tigerbalsam helfen. Oder eine aufgeschnittene Zwiebel auflegen.
Tipp: Vorsicht bei einer stark geschwollenen Stichstelle. Ritzen Sie sie nicht mit dem Fingernagel ein, das könnte eine Infektion auslösen. Auch durch Meerwasser können sich aufgekratzte Stichstellen entzünden.

 

 

Schürfwunden

Schürfwunden

Hinfallen, sich die Haut aufschürfen – das kann höllisch weh tun. Zum Glück reicht aber meistens ein Pflaster.
Das hilft:
Waschen Sie mit lauwarmem Wasser den Schmutz aus und entfernen Sie Reste mit 
der Pinzette. Tragen Sie grosszügig ein nichtalkoholisches Desinfektionsmittel auf, lassen Sie die Stelle an der Luft trocknen. Schmieren Sie tiefere Wunden mit Wundsalbe ein, bedecken Sie sie mit nichtklebender Kompresse oder Gaze.
Tipp: Tragen Sie kein Sprühpflaster auf die frische Wunde auf.

 

 

Zeckenstich

Zeckenstich

Meist ist der Stich ungefährlich, doch im Ausnahmefall kann er eine Hirnhautentzündung auslösen.
Das hilft:
Entfernen Sie die Zecke rasch mit einer spitzen Pinzette, damit keine Infektion entsteht. Wichtig: Packen Sie das Tier möglichst weit vorn am Kopf, ziehen Sie es langsam heraus. Desinfizieren Sie die Stelle. Gehen Sie zum Arzt, wenn ein Teil der Zecke in der Haut bleibt und wenn in den nächsten Tagen Grippesymptome oder Rötungen um die Einstichstelle auftauchen.
Tipp: Verwenden Sie weder Öl noch Klebstoff. Sonst entleert die Zecke ihren Mageninhalt mit den Krankheitserregern.

 

 

Blasen an den Füssen

Blasen an den Füssen

Barfuss in den Schuhen oder eine zu lange Wanderung – schon sind Blasen da.
Das hilft:
Bei einer geschlossenen und oberflächlichen Blase tun Sie am besten nichts, sie bildet sich von selbst zurück. 
Wenn sie offen ist, desinfizieren Sie sie und kleben Sie ein Blasenpflaster auf. Das polstert und lindert den Schmerz. 
Tipp: Öffnen Sie die Blase nicht, die Haut ist der beste Schutz vor Infektionen.

 

 

Schnitt am Fuss

Schnitt am Fuss

In der Barfusszeit häufen sich Schnittwunden. Sand und Dreck können Entzündungen auslösen.
Das hilft:
Lassen Sie kleine Wunden ausbluten, das spült Schmutzpartikel aus. Dann mit Wasser auswaschen, desinfizieren und Pflaster drauf. Falls die Blutung nicht stoppt, hilft ein Druckverband. Legen Sie dazu steriles Verbandsmaterial auf die Wunde und befestigen Sie ein oder zwei Päckchen Taschentücher mit einer Mullbinde darauf. Lagern Sie den Körperteil hoch. Wenn es weiterblutet, sofort zum Arzt.
Tipp: Kinder sollten nun eine Zeitlang Schuhe tragen.

 

 

Das gehört in die Ferienapotheke

  • Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor
  • Salbe oder Gel für Verbrennungen
  • Insektenschutz und Gel gegen juckende Mückenstiche
  • altersgerechtes Mittel gegen Zecken
  • Wundsalbe
  • Pflaster, Verbandsmaterial, Kompressen und Gazebinden (selbsthaftende und andere)
  • Schere
  • Pinzette, eventuell Zeckenzange
  • Fieberthermometer
  • fiebersenkende, schmerzstillende Zäpfchen
  • Medikamente gegen Erbrechen
  • Desinfektionsmittel
  • Nasentropfen mit abschwellender Wirkung für Flugreisen 
  • Kochsalzlösung für Nase und Augen
  • Wunddesinfektionsmittel ohne Alkohol