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WirbelsäuleFragile Stütze

Gut ist, wenn man sie nicht spürt: Die Wirbelsäule hält den ­Menschen aufrecht – oder zwingt ihn in die Knie.

Von und aktualisiert am 23. August 2017

Steissbein, Kreuzbein und 24 Wirbel bilden die Wirbelsäule. Die ringförmigen Wirbel sind beweglich und durch ­Gelenke verbunden. Der Mensch hat sieben Halswirbel, zwölf Brustwirbel und fünf Lendenwirbel. Das Kreuzbein besteht aus fünf, das Steissbein meist aus vier zusammengewachsenen ­Wirbeln. Die Bandscheiben zwischen den ­einzelnen Wirbeln sind elastische Platten aus einem äusseren ­Faserring und einem inneren Gallertkern. Bänder, Kapseln und Muskulatur stabilisieren und bewegen die Wirbelsäule. Im Innern der Wirbelsäule befindet sich der Wirbel­kanal, in dem das Rückenmark verläuft.

Aus den Zwischenwirbellöchern treten die Wurzeln der Spinalnerven aus. Da die Wirbelsäule viele verschiedene Strukturen auf engem Raum ­vereint, ist es oft schwierig, mit Sicherheit zu ­sagen, welche Teile oder Schäden Schmerzen verursachen.

  1. Die Halswirbel haben den grössten ­Bewegungsradius, sind relativ ­ungeschützt und daher sowohl bei Unfällen wie bei Fehlhaltung besonders gefährdet. Sie besitzen die feinsten Strukturen und die meisten Nerven und Blutgefässe.
  2. Die Brustwirbel sind mit den Rippen verbunden und dadurch zwar weniger beweglich, aber auch geschützter. Monotone Fehlhaltung kann hier die Atmung und die Organfunktionen (Stoffwechsel, Verdauung) beeinträchtigen. Verletzungen der Brust­wirbelsäule gehen oft mit Rückenmarks­verletzungen einher.
  3. Die Lendenwirbel haben zwar den ­geringsten Bewegungsradius, müssen aber den meisten Druck aushalten. Deshalb kommen Bandscheibenvorfälle hier ­besonders häufig vor.
  4. Die Bandscheiben sind Puffer ­zwischen den Wirbeln. Sie nähren sich nach dem Schwammprinzip: Bei Druck ­werden sie zusammengepresst, lässt der Druck nach – zum Beispiel im Schlaf –, saugen sie sich mit Flüssigkeit und Nährstoffen voll.

Wirbelsäule

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Früher glaubte man, dass gut trainierte grosse Rückenmuskeln, die sogenannten ­globalen Beweger, vor Rückenschmerzen schützen. Heute weiss man, dass zu einem gesunden Rücken auch ­eine stabile Tiefenmuskulatur und eine trainierte Rumpf­muskulatur («Core») gehören. Moderne ­Therapie- und Trainingsformen setzen diese Erkenntnisse bereits um.

Unfall oder falsche Bewegung: Von einem Bandscheibenvorfall spricht man, wenn der gallertartige Kern der Bandscheibe austritt. Meist ist die Lendenwirbelsäule davon betroffen. Die Bandscheibenteile können auf die Nerven im Rückenmark drücken und Schmerzen

Quellen: «Der menschliche Körper. Neuer Bildatlas der Anatomie», Dosch 3D (Human Anatomy)