
Veröffentlicht am 28. März 2026 - 06:00 Uhr

Die KI erkennt negative Denkmuster, hilft, diese zu verändern, und soll die Aktivität der Nutzer steigern.
Immer mehr Jugendliche kämpfen mit psychischen Problemen. Ständige Erreichbarkeit und der Druck, in sozialen Medien Likes und Follower zu sammeln, sind ein Grund dafür, da sind sich Experten einig. Ausgerechnet aus dem Smartphone soll jetzt Hilfe kommen – bezahlt von der Krankenkasse. Künstliche Intelligenz (KI), die therapiert und coacht.
Für eine rasche Eins-zu-eins-Betreuung fehlt es schlicht an Fachpersonen. «In manchen Kantonen dauert es inzwischen ein Jahr, bis man einen Termin bekommt», sagt der Psychiater Thomas Ihde. Der frühere Präsident von Pro Mente Sana warnt: Ohne Behandlung könnten viele junge Menschen später das IV-Rentensystem überlasten. Denn psychische Erkrankungen, die in der Jugend beginnen, lassen sich schwerer behandeln als solche, die später in einem gefestigten Lebensabschnitt auftreten. Frühzeitige Unterstützung ist daher entscheidend. Andernfalls wird eine alarmierende Entwicklung kaum gestoppt: Zwischen 2008 und 2024 hat sich die Zahl der IV-Neurenten wegen psychischer Erkrankungen bei 18- bis 29-Jährigen fast verdoppelt. Und Beratungsanfragen junger Menschen wegen Suizidgedanken haben sich innert dreier Jahre verdreifacht.