
Veröffentlicht am 1. Mai 2026 - 06:00 Uhr

Nebeneffekt einer schwierigen Kindheit: Marcel Meury findet sich bis heute in chaotischen Situationen gut zurecht.
Am Anfang stand kein Knall, sondern ein unbestimmtes Gefühl – eine diffuse Zerrissenheit, etwas stimmte nicht. Marcel Meury fühlte sich oft grundlos alarmiert. Wenn er in einem Café in Basel mit dem Beobachter darüber spricht, tut er das eloquent und reflektiert. Seine Augen wandern dabei im Raum umher, als würden sie dort nach Worten suchen für etwas, was sich seiner Sprache lange entzog.
Aufgewachsen ist Meury in prekären Verhältnissen in Dübendorf, seine Mutter war alkoholkrank, der Vater überfordert und spielsüchtig, die Familie lebte von Sozialhilfe. Der Grossvater war ein Verdingkind. Darüber versuchte Meury schon vor rund 20 Jahren mehr zu erfahren, aber seine Recherchen führten damals noch ins Nichts.