Veröffentlicht am 24. Juni 2026 - 16:59 Uhr

Das lässt sich während eines Nickerchens gut verdrängen: Mangelnde Bewegung verursacht in der Schweiz jährliche Kosten von rund 2,5 Milliarden Franken sowie über 1200 zusätzliche Todesfälle.
«Wow, mehr als 17’000 Schritte!» Mein Bekannter Oliver kann es kaum glauben. Dabei gehört er zu den Menschen, die Bewegung eher vermeiden als suchen. Er ist jemand, der lieber liest als läuft, lieber scrollt als spaziert. Aber beim Ausflug nach Como in Italien passiert etwas Unerwartetes: Er läuft. Lange, gern – und ohne sich zwingen zu müssen.
Für den Verhaltensforscher Claudio R. Nigg ist so etwas kein Zufall. Bewegung, sagt er, beginne selten mit Disziplin, sondern fast immer mit Interesse: «Man muss die Bewegung mit etwas verbinden, was man gern macht.» Das Interesse allein genügt aber offenbar nicht. Denn unbestritten ist, dass sich der moderne Mensch zu wenig bewegt – mit bekannten Folgen wie Diabetes, Übergewicht oder Schlaganfällen. Und selbst das Wissen um diese gesundheitlichen Risiken ändert wenig: «Einsicht bringt uns erstaunlich selten in Bewegung. Man denke an die Ärzte, die trotz besserem Wissen rauchen.» Und an diejenigen Bewegungsmuffel, die sich nach Silvester ein Fitnessabo gönnen, es ein paar Wochen testen – und dann vor allem eines trainieren: das Fernbleiben.