Wie Ärzte Sparmassnahmen austricksen
Termin-Splitting, umsatzgebundene Boni und Operationen nur gegen Bargeld. Der Beobachter dokumentierte im vergangenen Jahr, was im Gesundheitswesen alles schiefläuft. Gemeinsamer Nenner der Missstände: Es geht um Geld.

Veröffentlicht am 3. Oktober 2026 - 05:00 Uhr

Ärzte verteilen Behandlungen auf mehrere Termine – und treiben so die Kosten hoch.
Verena Grossenbacher leidet an der feuchten Makuladegeneration, einer schweren Erkrankung, die sie schleichend das Augenlicht kostet. Alle paar Wochen benötigt sie deshalb eine Spritze direkt ins Auge, um den Sehverlust aufzuhalten.
Sehbehinderte Rentnerin muss zweimal anreisen
Zu dieser Belastung ist nun eine zusätzliche, eigentlich unnötige Mühsal hinzugekommen. Die sehbehinderte Rentnerin muss seit diesem Jahr für die Behandlung zweimal in der Praxis antraben. Am ersten Tag für den Augenscan, am zweiten Tag für die Spritze. Bis Ende des vergangenen Jahres hat ihre Praxis die Eingriffe noch an einem Tag erledigt. Das Aufteilen kostet: Neu stellt die Praxisgemeinschaft Gutblick Grossenbachers Krankenkasse mehr als 1700 Franken in Rechnung statt wie früher 1200 Franken.