Die Disco kann die Augen ­gefährden: Bei einer Messung von Lasershows in 15 Klubs sei der Grenzwert im Schnitt um das 25-Fache überschritten worden, sagt Fabio Rinderer vom Eidgenössischen Institut für Metrologie. Shows in Klubs stellten die grösste Gefahr dar. «Wenn der Raum nur vier Meter hoch ist, ist es sehr schwierig, eine sichere Lasershow durchzuführen», so Rinderer. Das Optiklabor des Instituts hat das weltweit erste System entwickelt, das die Gefahren von Lasershows unter realistischen Bedingungen messen kann.

Bei Tierversuchen habe sich gezeigt, dass es bei einer massiven Überschreitung des Grenzwerts zu irreversiblen Augenschäden kommen kann. Und die Gefahr, dass während einer Show ein Strahl direkt auf die Pupille eines Zuschauers treffe, sei reell, aber nicht sehr gross, sagt Rinderer.

Im Kanton Thurgau, wo mit Laserworld einer der weltweit führenden Anbieter von Showlasern ansässig ist, wird die neue Messmethode begrüsst. «Es gibt zwar einen Grenzwert, wir konnten aber keine zuverlässigen Kontrollen durchführen», bestätigt Guido Fischer, Leiter des zuständigen kantonalen Arbeitsinspektorats. Jetzt endlich könne das Vollzugs­vakuum geschlossen werden.

«Es liegt nicht am Gerät»

«Die Risiken von Lasershows werden von der Öffentlichkeit überschätzt», heisst es dagegen bei Laserworld. Von Laserpointern für 30 Franken sowie Moving Heads, wie sie bei Boxveranstaltungen eingesetzt werden, gehe eine grössere Gefahr aus. Wirksamer als neue Gesetze und die Kontrolle der Geräte sei die Schulung der Bediener, wie sie Österreich und Deutschland kennen, sagt Marketingchef Norbert Stangl. Es sei wie beim Autofahren: Nicht das Gefährt sei das Problem, sondern der Fahrer. Laserworld verkauft nach eigenen Angaben monatlich 4000 bis 5000 digi­tale Lasergeräte. Starke Laser gibt es schon ab 1000 Franken.

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«Schulung ist zwar ein möglicher Ansatz, bietet letztlich aber keine Gewähr für eine ­sichere Show», sagt Rudolf Thalmann, Leiter des Bereichs Länge, Optik und Zeit beim Eidgenössischen Institut für Metrologie. Wer eine Lasershow durchführe, müsse nachweisen können, dass sie un­gefährlich sei. So sehe es die Schall- und Laserverordnung vor. Nach Abschluss der Testphase soll in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit geprüft werden, welche Massnahmen sinnvoll sind.

«Die Risiken kann jeder ­Betreiber selber senken», sagt Fabio Rinderer. Wenn man ­andere Lichtquellen wie LED-Scheinwerfer und Strobolichter aus­schalte, könne man eine eindrückliche Show auch mit weniger starker Laserleistung erzeugen.