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We-FindDie Konkurrenz für tot erklärt

Knatsch unter Schlüsselfirmen: Wirbt We-Find am Telefon die Kunden ihres Konkurrenten Key-Security mit täuschenden Aussagen ab?

We-Find gibt an, dass es den Schlüsselfundservice Key Security nicht mehr gebe.
von aktualisiert am 22. Juni 2017

Auch Markus Schwab aus Ins BE wurde von We-Find erwischt. Am Telefon hatte ihm die Schlüsselfirma erklärt, sie vertrete die Nachfolgefirma von Key Security. Und weil er Key-Security-Kunde ist, war er mit der Zusendung neuer Schlüsselfundmarken einverstanden. Als er die Unterlagen bekam, merkte er aber: We-Find und Key Security haben nichts miteinander zu tun.

We-Find ist seit 2016 in der Schweiz tätig. Ebenso lange ist die Firma dem Beobachter bekannt – wegen vieler Beschwerden. Über deren unbestellte Zusendungen und die angeblich fälligen Vertragsverlängerungen berichtete Beobachter Online.

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Eine dreiste Masche

Der Schlüsselfundservice We-Find wirbt telefonisch Kunden anderer Anbieter an, indem er ihnen eine vermeintliche Abo-Verlängerung verspricht. Gegen diese Täuschung kann man sich wehren.

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Inzwischen legt We-Find noch einen Zacken zu. Callcenter-Mitarbeiter behaupten, dass es Key Security gar nicht mehr gebe und man deshalb eine neue Fundmarke kaufen müsse.

Key-Security-Inhaber Ernst Zimmerli ist darüber empört. «Ich schätze unseren Schaden auf mittlerweile rund 100'000 Franken.» Seine Firma zählt rund 1,5 Millionen Kunden. We-Find bestreitet den Vorwurf. «Wir bieten unseren Service nur mit wahrheitsgetreuen Aussagen an. Nie sagen wir, dass wir ein anderer Anbieter sind», schreibt Firmeninhaber Arian Asani.

Key Security hat schon im August 2016 Anzeige gegen We-Find eingereicht. Wie schon gegen die Schlüsselfirma SL-Find, die zwei Jahre zuvor gleich täuschend anwarb. Deren Inhaber Hasip Limani wurde verurteilt – zu einer aufgeschobenen Geldstrafe von 5600 Franken, einer Busse von 800 Franken und Verfahrenskosten von 7456 Franken.

Für Schwab ist es einfach, den We-Find-Ärger zu beenden. Weil es sich um eine irreführende Anwerbung handelt, ist rechtlich kein gültiger Vertrag zustande gekommen. Die Rechnung über 120 Franken kann er im Papierkorb entsorgen.