Es gibt Sprachbilder, die funktionieren. Und solche, die es nicht tun. Gerade die Werbung versucht sich immer wieder in absurden Sprachbildern, Wortwitzen und schrägen Analogien. Mir kräuselts jeweils die Hirnrinde! Ein Beispiel gefällig? Kinder Pingui, ein Schokoriegel des italienischen Süsskram-Produzenten Ferrero, pries sich jahrelang als «Snack im Handyformat» an.

Ich weiss ja nicht, wie es Ihnen geht. Aber mich ärgert es, wenn mein Hirn mit einer Absurdität gefüttert wird, an dessen unauffindbarer Logik es zu verzweifeln droht wie Sisyphos am Berg. Wenn mir ein Wunsch unterstellt wird, der so absurd ist wie der Wunsch nach einem dritten Ohr, das mir unter der Fusssohle wachsen soll. Akuter Kräuselalarm!

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Menstruation als Werbegag

Gefahr droht auch im Internet. «Hoch die (Mens-) Tassen» titelt der Online-Händler Galaxus auf seiner Webseite. Geworben wird für den Hygieneartikel Menstruationstasse. 

Soll wohl lustig sein und geistreich. Bei Vampiren mit einer Vorliebe fürs Besondere mag der Slogan vielleicht ziehen. Weiter will ich den Gedanken nicht ausführen. Kräuselalarm! 

Aber vielleicht ist die weibliche Menstruation als Werbegag gerade in, und nur ich hinke dem Zeitgeist hintendrein wie so mancher Werbewitz der Pointe. Dieser Tage hat die Aargauer CVP-Kantonsrätin Christina Bachmann-Roth mit ihrem Plakat für die Nationalratswahlen für Gelächter gesorgt. Darauf kündigt sie an: «Bald kommen meine Tage.» Wir unterstellen gnädig, dass Bachmann-Roth uns nicht an ihrem Zyklus Die Blutsteuer wackelt Mehrwertsteuer auf Tampons soll sinken teilhaben lassen, sondern darauf hinweisen wollte, dass bald ihre Zeit kommen werde. Geglückt ist ihr das nicht wirklich. 

Deutsch ist eben nicht nur in Werbeagenturen, sondern auch in der Politik Glückssache.

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