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MehrwertsteuerKunden müssen doch nicht zahlen

Beobachter-Mitglieder erhielten in letzter Zeit Rechnungen der Kölner Firma Cleverbridge. Sie forderte von Jimdo-Kunden die Schweizer Mehrwertsteuer nach. Jetzt macht die Firma einen Rückzieher.

Jimdo-Kunden in der Schweiz sollten Steuern nachzahlen. Das änderte sich jedoch, als der Beobachter nachfragte.

Von aktualisiert am 01. November 2016

Allen Ratsuchenden gemeinsam ist, dass sie in den Jahren 2011 bis 2014 über den Online-Service der Hamburger Firma Jimdo kostenpflichtige Webseiten erstellt haben. Es betrifft in erster Linie kleinere und mittlere Unternehmen, die selbst nicht mehrwertsteuerpflichtig sind. So auch Louise Bamert, die eine Nordic Walking-Webseite in Spiez betreibt und seit Jahren Webseiten für sich, Private und Vereine erstellt. Sie bezahlte für das Hosting der Webseiten alle zwei Jahre je 97.20 Franken.

Von 2008 bis Januar 2014 hatte Jimdo das Vertragswesen und die Zahlungsabwicklung für die Jimdo-Seiten an die Firma Cleverbrigde ausgelagert. Den Webseiten-Baukasten haben die Kunden jedoch nach wie vor von Jimdo bereitgestellt bekommen. Ab Februar 2014 liefen die Verträge und die Rechnungsstellung wieder über Jimdo direkt.

Wann wird ein ausländisches Unternehmen mehrwertsteuerpflichtig?

Ausländische Unternehmen, die elektronische Dienstleistungen in der Schweiz anbieten, sind ab einem Umsatz von 100‘000 Franken mehrwertsteuerpflichtig, wenn ihre Kunden in der Schweiz selbst nicht mehrwertsteuerpflichtig sind. Das Unternehmen kann die Mehrwertsteuer jedoch auf den Endkunden abwälzen. Dies ist im vorliegenden Fall passiert, da offenbar die Mehrwertsteuerpflicht erst im Nachhinein festgestellt worden ist.

Trotzdem ist eine solche Nachforderung unbefriedigend, da der Endkunde beim Abschluss des Vertrags eigentlich davon ausgeht, den gesamten Preis inklusive Mehrwertsteuer zu bezahlen. Der Beobachter hat deshalb bei Jimdo und Cleverbridge nachgehakt.

Jimdo-Mitgründer Matthias Henze hat daraufhin mit Cleverbridge eine Lösung gefunden: «Jimdo wird die Forderungen von Cleverbridge übernehmen. Jimdo-Kunden in der Schweiz müssen weder heute noch zukünftig eine nachträgliche Mehrwertsteuerzahlung befürchten und tätigen.» Allen Kunden, die bereits an Cleverbridge gezahlt haben, will Jimdo das Geld erstatten.

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3 Kommentare

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Max
Cleverbridge verhält sich genau so unverschämt bei Weblica-Kunden. Obwohl der Verkaufspreis deutlich inklusive allen Steuern ausgewiesen war, probiert Cleverbride penetrant die MWST noch einmal von den Kunden nachzufordern. Ich werde keine Produkte mehr kaufen, die durch Cleverbridge verrechnet werden.

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André
Cleverbridge verhält sich leider immer noch gleich. Meine Firma hat eine Nachzahlungsforderung für eine 2011 gekaufte Software bekommen, Zahlungsfrist sind 14 Tage. Wie man hier nachlesen kann, scheut Cleverbridge auch nicht davor zurück, den angeblich geschuldeten Betrag direkt von über die Kreditkarte zu belasten: http://www.pctipp.ch/forum/showthread.php?38495-Email-von-Cleverbridge Ein Mail an Cleverbridge mit der Bemerkung, dass die Firma nicht MwSt. pflichtig ist, hat das Problem "gelöst". Es ist aber das erste Mal in meinem Leben, dass ein Produkt welches ich vor 5 Jahren gekauft habe, plötzlich wieder kosten erzeugt!!

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Robert Hrovat
Schön, dass sich Jimdo hier kulant zeigt und den Fehler von Cleverbridge ausbügelt. Allerdings verschickt Cleverbridge zur Zeit auch Nachforderungen für Parallels.com und hier ist von Kulanz bisher leider nichts hören.

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