37 Millionen Euro beträgt ein durchschnittlicher Haupttreffer bei Euromillions. Genug, um sich ein Wellness-Wochenende zu gönnen – oder das dazu­gehörige Hotel zu kaufen. Doch die Chancen auf das gros­se Los sind mit 1 zu 116 Millionen verschwindend klein. Da kommt das Angebot der Firma Eurolotto wie gerufen. Sie verspricht, «die Gewinnchancen um ein Vielfaches zu erhöhen».

«Regelmässig Klagen»

Eurolotto organisiert Tipp­gemeinschaften: Mehrere Spieler legen ihren Einsatz zusammen und kaufen mehrere Lottoscheine. So steigt die Chance auf einen Treffer. Ein allfälliger Gewinn muss aber auf alle Mitspielenden verteilt werden. Die Firma mit Sitz in Brunnen SZ lässt sich für die Organisa­tion fürstlich entlöhnen. Setzt ein Spieler zehn Franken, fliessen nur gerade vier Franken in die Ziehung, sechs Franken sackt Euro­lotto ein.

Einen entsprechenden Hinweis sucht man in den Unter­lagen der Firma allerdings vergebens. «Das Angebot ist für den Kunden extrem ungünstig. Zudem mangelt es Eurolotto an Transparenz. Wir haben regelmässig Klagen», sagt Manuel Richard, Geschäftsführer der Lotterie- und Wettkommission (Comlot). Die Kommission überwacht in der Schweiz den Lotterie- und Wettmarkt.

Für Eurolotto-Chef Walter Inderbitzin kein Problem: «Es ist nicht üblich, dass Firmen ­ihre Margen offensiv bekanntgeben. Unser Angebot ist attraktiv. Das versichern uns unsere Kunden immer wieder.»

Swisslos distanziert sich

Von den eingezahlten Geldern würden 27 Prozent für Marketing und Verwaltung benötigt, ein weiterer Drittel werde für den Einkauf von Hotelgutscheinen verwendet. «Mit dem Gutschein können unsere Kunden pro Quartal drei Tage gratis in einem Hotel übernachten. 3000 Unterkünfte, verstreut über ganz Europa, stehen zur Auswahl.» Doch auch dieses An­gebot hat einen Haken: Die Halbpension muss vom Kunden übernommen werden, sie ist obligatorisch.

«Die Firma ist seit Jahren ein Dauerärgernis», sagt Swisslos-Mediensprecher Willy Mesmer. Immer wieder hätten ­Eurolotto-Mitarbeiter behauptet, man arbeite mit Swisslos zusammen. Das sei völlig falsch. «Wir haben nicht das Geringste mit dieser Firma zu tun», so Mesmer.

Auch beim Beratungszen­trum des Beobachters beschweren sich Kunden von ­Eurolotto über das aggressive Telefonmarketing der Firma. Einer Leserin aus dem Oberaargau wurde ein Audi als Haupt­gewinn aus einem Wettbewerb in Aussicht gestellt, wenn sie ein Eurolotto-An­gebot buche. «Es handelt sich um einen Mitarbeiter, der unsere internen Weisungen missachtet hat. Wir haben uns von ihm getrennt», sagt dazu Eurolotto-Chef Inderbitzin.

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