Mit dem Modell Touran will VW vor allem Familien ansprechen. Der Wagen verfügt über bis zu sieben Plätze, mit heruntergeklappten Sitzen bietet er viel Platz für Transporte. Von diesen Vorteilen liess sich auch Stefan Glarner überzeugen, als er sich für einen einjährigen VW Touran 1.4 TSI entschied. Das war im Jahr 2012.

Heute bereut er seinen Kaufentscheid. Das Fahrzeug hat mittlerweile einen Kilometerstand von 135'000, im Juli musste die Steuerkette gewechselt werden. Kostenpunkt: 2600 Franken. Was Stefan Glarner besonders ärgert: Das ist bereits die dritte Steuerkette. Schon im Jahr 2015 war ein Austausch nötig geworden. Ebenso 2013, kurz nach dem Kauf. Der Motor hatte damals begonnen, unruhig zu laufen, Rasselgeräusche wurden hörbar.

Das sind gemäss dem Touring-Club Schweiz typische Anzeichen, die auf eine defekte Steuerkette hinweisen. «Es ist uns bekannt, dass die Steuerkette beim 1.4-TSI-Motor während der Lebensdauer des Autos oft mehr als einmal ersetzt werden muss», heisst es beim TCS. Auch die deutsche «Auto Bild» habe darüber berichtet. «Wir empfehlen, vor dem Kauf einer Occasion zu fragen, wann die Steuerkette das letzte Mal ersetzt worden ist.» Nicht von diesem Problem betroffen sind die ab 2018 ausgelieferten 1.5-TSI-Modelle.

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VW hat keine Erklärung

«Dass bei einem Fahrzeug mit knapp 135'000 Kilometer Laufleistung drei Mal die Steuerkette ausgetauscht werden muss, ist aus unserer Sicht sehr aussergewöhnlich», schreibt VW. «Wir haben keine Erklärung dafür.» Eine Prognose, wie lange die vierte Steuerkette halten werde, möchte die Medienstelle nicht abgeben. Spezielle Einsatzbedingungen wie häufige Kurzstreckenfahrten, bei denen der Motor nicht die optimale Betriebstemperatur erreiche, könnten die Steuerkette stärker beanspruchen als lange Autobahnfahrten.

Mit Ausnahme der aktuellen Reparatur seien alle Arbeiten in Zusammenhang mit defekten Steuerketten auf Kulanz ausgeführt worden. «Mit einem Fahrzeugalter von zehn Jahren und einer Laufleistung von über 135'000 Kilometern sind die Bedingungen für eine weitere Kulanzleistung daher leider nicht gegeben.»

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Stefan Glarner überzeugt diese Antwort nicht. «Nachstes Mal werde ich keinen VW mehr kaufen.»

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