In der Einfahrt zum Tännlihof liegt tatsächlich ein wenig Matsch. Ein selten gewordenes Bild nach diesem Sommer. «Ein bisschen hat es vergangene Nacht geregnet», meint Heinz Höneisen zur Begrüssung, «aber viel zu wenig!» Der Biobauer, 68, baut hier im zürcherischen Andelfingen gemeinsam mit seinem Sohn auf 70 Hektaren Gemüse an, unter anderem für den Grossverteiler Coop: Rüebli, Blumenkohl, Salate, Gurken, Tomaten – und Kartoffeln. «Kartoffeln sind mein Metier», sagt Höneisen dem Beobachter. «Aber sie fordern einen.»

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Denn Kartoffeln sind sensibel. Wenn es zu heiss wird, hören sie auf zu wachsen. Ist es zu nass, kann die Kraut- und Knollenfäule den Ertrag ganzer Äcker vernichten. Ohne Wasser aber kommen Kartoffeln auch nicht zurecht. Das wird auf einem der Äcker sichtbar, die Höneisen während der Sommermonate nicht bewässern konnte. Am Nachmittag will er hier eigentlich ernten. Er kauert sich hin und gräbt eine der verdorrten Kartoffelpflanzen aus. Die Kartoffelknollen, die an der Wurzel hängen, sind sehr klein, fast jede trägt dicke weisse Triebe. «Denen war es einfach zu trocken. Die Pflanzen haben noch ausgetrieben und so versucht, zu überleben», erklärt Höneisen. «Ein Totalausfall.» Der wortgewandte Biobauer wird für eine Weile still, gräbt ein paar weitere Pflanzen aus – überall dasselbe Bild. «Da rechnets halt wie wild in meinem Kopf: Wie viel kostet das, was bedeutet das für den Betrieb?»