«Lassen Sie uns in Ru­he!», «Ich gehe zur Polizei, wenn das nicht aufhört!», «Sie A…!» Dies und noch mehr nicht Zitierbares musste sich Anton Meier* während zehn Tagen anhören, wenn er ans Telefon ging. Die Anrufer waren hörbar in Rage. Doch Meier konnte nichts dafür. Denn alle Beteiligten waren Opfer des sogenannten Spoofing: Ein Callcenter aus dem Ausland missbrauchte Meiers Telefonnummer für Werbeanrufe.

Ausweg: Neue Nummer

Das Callcenter rief zwar unter seiner eigenen, ausländischen Nummer an. Es gelang ihm aber, dass auf dem Telefondisplay der angerufenen Personen Meiers Nummer erschien. So konnte das Callcenter vortäuschen, es rufe aus der Schweiz an. Und Meier hatte den Riesenärger.

Nach einer Woche hatte er genug von den Beleidigungen der wütenden Anrufer. Er wechselte notgedrungen seine Telefonnummer.

Ein Nummernwechsel wird bald nicht mehr nötig sein. Der Bundesrat hat die Verordnung über Fernmeldedienste geändert: Ab 1. Januar 2015 kann man vom Telekom­anbieter die Sperrung der eigenen Nummer verlangen, wenn man «glaubhaft macht, dass unberechtigte Dritte die eigene Rufnummer verwenden». Der Anbieter sperrt dann die Nummer für Anrufe aus dem Ausland.

Miete weiterhin möglich

Doch trotz dieser Neuerung bleibt ein grosser Missstand bestehen (siehe «Call Center» Die falsche Nummer): Ausländische Firmen können weiterhin ganz legal von Telekomanbietern Schweizer Nummern mieten und so vorgaukeln, der Anruf komme aus der Schweiz. «Um das zu verbieten, bräuchte es eine Gesetzesänderung», sagt Marc Hostettler vom Bundesamt für Kommunikation.

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