1. Gehört es sich, eine Person im beruflichen Umfeld via Facebook zu kontaktieren?
    «Nein, Facebook ist ein rein privates Netzwerk», sagt Stilberaterin Corinne Staub aus Zürich. Für Geschäftskontakte seien besser andere Plattformen wie Linkedin oder Xing zu wählen. Kontaktanfragen von Kunden oder vom Vorgesetzten dürfen getrost abgelehnt werden, etwa mit folgender Formulierung: «Facebook ist für mich eine private Sache. Gerne vernetze ich mich mit dir/Ihnen auf …»

     
  2. Ist das heute üblich, vor dem (unangemeldeten) Anruf zuerst eine E-Mail zu schreiben?
    «Das ist eine Unsitte», schreibt Autor Thor Alexander in seinem «Internet-Knigge» und stellt eine Gegenfrage: «Haben Sie früher eine Postkarte geschrieben, um sich zu erkundigen, ob Sie anrufen dürfen?» Deshalb: Telefonieren ist ohne vorherige Anfrage erlaubt. Eine höfliche Geste hingegen ist, nachzufragen, ob der Zeitpunkt fürs Gespräch passt oder es später besser wäre.
     
  3. Mails oder SMS schreiben ist oft bequemer. Ab wann ist ein Anruf unabdingbar?
    «Wenn man sofort gehört werden, sprechen statt schreiben, zuhören statt lesen will», sagt der Zürcher Sprach- und Medienwissenschaftler Daniel Perrin. Aus der Stimme lässt sich viel heraushören, eine Person ist spürbar. Deshalb ist das Telefon bei Emotionalem oder Problematischem immer die erste Wahl. Per E-Mail oder SMS kann die Sache leicht eskalieren, weil Fehlinterpretationen drinliegen, das Geschriebene vielleicht ungewollt schroff herüberkommt. Autor Thor Alexander findet: «Mit einem Anruf lassen sich eine lange Kette von Mails und viel Frust umgehen.»

     
  4. Wann ist ein CC wirklich angebracht?
    Diese Kopiefunktion kann bei unbedachter Verwendung Ärger provozieren. Erst recht, wenn der Mailverkehr während einer laufenden Kommunikation erweitert wird. Das CC wurde erfunden, um Empfänger auf den Verteiler zu nehmen, die nur informiert werden sollen. Es wird von ihnen keine Reaktion erwartet. Das kann im Einzelfall sinnvoll sein. Zu beachten ist aber: CC-Empfänger sehen die Mailadressen aller anderen Adressaten. Wer das vermeiden will, verwendet die diskretere «blinde» BCC-Funktion.

     
  5.  Auf eine E-Mail noch am selben Tag eine Antwort erwarten? Und nach ein paar Stunden schon nachhaken?
    Die Faustregel lautet heute: Geschäftliche Mails innert 24 Stunden beantworten. Kundenanfragen möglichst am gleichen Tag. Wenn das nicht klappt, sollte man durchgeben, wann mit einer Antwort zu rechnen ist. Nachhaken wirkt meistens unhöflich. Es sei denn, die Antwort wurde auf einen bestimmten Zeitpunkt hin versprochen.
     
  6. Wann bleibt das Smartphone ausgeschaltet?
    In Bibliotheken, Kinos, Konzerten, Kirchen, Restaurants, in Ruheabteilen von Zügen, Sitzungszimmern oder Spitälern sollte man das Smartphone immer ausschalten. Und beim Kundengespräch sowieso.
     
  7. Bei Tischgesprächen das Smartphone als Nachschlagewerk benutzen?
    Es ist praktisch, mit dem transportablen Nachschlagewerk kleine Gedächtnislücken aufzufüllen. Trotzdem: Lassen Sie es! Weil es kaum beim kurzen Nachschlagen bleibt. Schliesslich ist schon wieder eine neue Whatsapp-Nachricht oder Ähnliches da. Daher ziemt sich der Griff zum Smartphone auch nicht, wenn das Gegenüber aufs WC muss.
     
  8. Ist es legitim, per Mail oder SMS das Du anzubieten?
    Am stilvollsten tut man das weiterhin an einem persönlichen Treffen, findet die Imageberaterin Nicole Veser aus Wolfhalden AR. Aber auch per E-Mail ist das durchaus üblich, insbesondere, wenn man sich schon persönlich begegnet ist. Das kann sympathisch wirken: «Wir sind letzthin miteinander ins Gespräch gekommen. So wage ich ein Du, wenn es dir recht ist.»

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Quelle: Beobachter Edition