Wegen der Corona-Pandemie rät der Bundesrat derzeit von unnötigen Auslandreisen ab. Wer trotzdem losreist, muss die finanziellen Folgen einer Ansteckung selber tragen. 

Das teilte der TCS Stefan Trachsler mit. Der Aargauer ist Inhaber eines ETI-Schutzbriefs, der Reiseversicherung des TCS. Vor einer geplanten Ferienreise nach Tansania bat er im November um eine Bestätigung der Versicherung. Die erhielt er auch. Darauf steht aber: Corona ausgeschlossen.

Trachsler konnte das nachvollziehen. Trotzdem staunte er: Auf seiner Website schrieb der TCS nämlich ausdrücklich, auch Corona-Fälle seien gedeckt. Per Mail an Mitglieder warb er gar damit. 

Es folgten zahlreiche E-Mails und Telefonate. Resultat: keine Deckung im Fall von Corona. Der TCS verwies auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen. Dort stehe, dass man Leistungen einschränken könne, wenn der Bund von Reisen abrate. Warum der TCS auf seiner Website etwas anderes behauptet, dafür erhielt Stefan Trachsler keine Erklärung.

Im April will er wieder verreisen, nach Namibia. Im März fragte er deshalb erneut beim TCS nach. Auf der Website steht nämlich immer noch das Gleiche. «Ich dachte, vielleicht ist es neuerdings gedeckt.» Fehlanzeige: Wieder teilte man ihm mit, dass er keine Leistungen erhalten würde. «Ich finde das eine Frechheit. Das sind doch leere Versprechen.»

Die Sache mit der Risikoliste

Was ist da los? Beim TCS versichert man auf Anfrage, dass auch Fälle in Zusammenhang mit dem Corona-Virus gedeckt seien, solange das Land nicht auf der Risikoliste des Bundesamts für Gesundheit stehe. Das gelte für Annullationen wie für Heilungs- und Rückführungskosten.

Weshalb Stefan Trachsler etwas anderes bescheinigt wurde, bleibt offen. Ob man sich im Ernstfall darauf verlassen kann? Trachsler lässt seinen ETI-Schutzbrief jedenfalls auslaufen.

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Wer einen längeren Auslandaufenthalt plant oder öfters im Jahr verreist, wird sich unweigerlich mit der Frage beschäftigen, welche Reiseversicherungen er braucht. Guider informiert Beobachter-Abonnenten unter anderem darüber, ob sich eine Annullierungskostenversicherung lohnt und was durch den ETI-Schutzbrief gedeckt ist.

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