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Herz-KreislaufDie 6 häufigsten Herzleiden

Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen weltweit.

Beschwerden des Herz-Kreislauf-Systems liegt in vielen Fällen eine krankhafte Veränderung der Blutgefässe zugrunde. Das sind die sechs häufigsten Herzleiden.

Von und aktualisiert am 18. Juni 2019 durch

Menschen mit der Diagnose Herzkrankheit Angina Pectoris Wenn das Herz zur Zeitbombe wird erinnern sich rückblickend fast immer an schleichende körperliche Veränderungen, die sie schon seit längerem wahrgenommen, aber zu wenig ernst genommen haben. Bei den einen hat die Belastbarkeit abgenommen: Strengen sie sich an, macht sich jeweils ein Zerren in der Brust bemerkbar Atemnot Wenn das Herz nicht will . Andere klagen über Wasser in den Beinen oder über plötzliche Aussetzer des Herzens.

«Oft werden solche Symptome für eine normale Alterserscheinung gehalten – oder für ein Zeichen körperlicher Untrainiertheit», warnt Professor Peter Buser, Kardiologe und stellvertretender Chefarzt am Universitätsspital Basel. Auch der Volksmund spricht verharmlosend vom «Altersherzen». Doch die häufigsten Herzleiden wie koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Klappen- oder Rhythmusstörungen (ausführliche Beschreibungen der Erkrankungen siehe unten) sowie Bluthochdruck Bluthochdruck Lautlose Gefahr sind chronische Krankheiten. Sie entstehen nicht von heute auf morgen und machen sich – dies ist der einzige positive Aspekt – zum Glück meist schon früh bemerkbar.

Bei Atemnot könnte eine Angina Pectoris vorliegen

Nur einer von vier Infarkten Reanimation So reagieren Sie richtig bei einem Herzinfarkt kommt wirklich überraschend in Form des «plötzlichen Herztods». In drei von vier Fällen hingegen ist der Infarkt programmiert und kündigt sich an. «Wenn die Herzkranzarterien verkalken und sich verengen, zeigt sich dies bald in leichten Angina-Pectoris Angina Pectoris Das eingeschnürte Herz -Anfällen mit zeitweiliger Atemnot und einem belastungsabhängigen Schmerz in der Brust», sagt Tobias Wettstein, Kardiologe mit eigener Praxis in Zürich.

Solche Symptome sollten immer mit dem Arzt besprochen werden – bevor sich der nächste vermeintliche Angina-Pectoris-Anfall als Infarkt entpuppt. Wenn die Angina-Pectoris-Schmerzen hingegen schon beim Liegen oder Sitzen, also ohne körperliche Anstrengung, auftreten, ist die Verengung der Herzkranzgefässe oft schon sehr weit fortgeschritten: Dann droht ein Herzinfarkt.

Herzrhythmusstörung lässt das Herz stolpern

Frühe Warnsignale machen sich auch bei anderen Herzleiden bemerkbar. Wird das Herz bei der sogenannten Herzinsuffizienz langsam schwächer, erleben fast alle Betroffenen einen Leistungsknick, verbunden mit Atemnot: Schon beim Spaziergang oder nach wenigen Treppenstufen kommen sie ausser Atem und ins Schwitzen; die Muskeln werden schwach und schmerzen, da sie vom Herzen zu wenig Blut erhalten. «Leider engen daraufhin viele Betroffene einfach ihren Lebensradius ein», sagt Peter Buser, «statt die Symptome als Warnsignale PAVK Schaufensterkrankheit ist ein Warnsignal zu deuten und sich medizinisch behandeln zu lassen.»

Auch Herzrhythmusstörungen können zum Teil direkt auffallen: Das Herz rast oder stolpert spürbar, den Betroffenen wird schwindlig Schwindel Wenn die Welt sich plötzlich dreht . «Rhythmusstörungen kommen oft vor und können ganz harmlos sein», sagt Buser. Wird aber jemand – vor allem in jungen Jahren – bei körperlicher Anstrengung plötzlich ohnmächtig, sollte das unbedingt ernst genommen werden: Manchmal steckt dahinter eine Rhythmusstörung, die eine Mangeldurchblutung im Gehirn zur Folge haben und auch zum plötzlichen Herztod führen kann.

Vermeitlich harmlose Symptome können auf Herzleiden hinweisen

Es gibt aber auch weniger auffällige Vorboten. «Ein drohender Herzinfarkt zeigt sich leider nicht immer so klassisch, wie es im Lehrbuch steht», sagt der Kardiologe Tobias Wettstein. Manche Beschwerden, die aufs Herz zurückzuführen sind, könnten leicht falsch gedeutet oder verkannt werden. «Angina Pectoris äussert sich nicht immer nur durch einen Druckschmerz auf der Brust, der in den linken Arm ausstrahlt. Manchmal leiden die Betroffenen auch unter Bauch- oder Rückenschmerzen, Atemnot, Schmerzen im Kiefer oder in den Zähnen.»

Vermeintlich harmlose Symptome führen einen in aller Regel nicht schnurstracks zum Hausarzt oder zum Kardiologen. «Hellhörig sollten solche unspezifischen Symptome aber Menschen mit gewissen Risikofaktoren Test Wie geht es Herz und Kreislauf? machen», sagt Peter Buser. «Besonders Zuckerkranke Diabetes Haben Sie «den Zucker» im Griff? , Raucher, Menschen, die übergewichtig sind, erhöhte Blutfettwerte, einen zu hohen Blutdruck oder auffallend viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen in ihrer Familie haben, sollten sich medizinisch abklären lassen.»

Denn mit Medikamenten, kathetertechnischen und chirurgischen Eingriffen können Veränderungen wie zum Beispiel die krankhafte Verdickung des Herzmuskels oder Verkalkungen der Herzkranzgefässe teilweise rückgängig gemacht werden.

Auch wer seinen Lebensstil ändert, sich mediterran ernährt Mediterrane Ernährung Abnehmen ohne Verbote , sich regelmässig bewegt Bewegung Sport ist eine Superpille und aufs Rauchen verzichtet, kann viel dazu beitragen, dass sein Herzleiden geheilt oder zumindest in seinem Fortschreiten gebremst wird.

1. Arteriosklerose, koronare Herzkrankheit

Arteriosklerose (umgangssprachlich: Arterienverkalkung) heisst eine krankhafte Veränderung der Gefässe: Die Adern, die den Herzmuskel, das Hirn und die Beine mit Blut versorgen, sind stellenweise verdickt oder verengt. Grund dafür sind Fetteinlagerungen, Entzündungen, Verkalkung und Verhärtungen in den Arterien.

Als Folge nimmt der Blutfluss in den betroffenen Arterien stark ab. Sind Herzkranz­gefässe von Arterioskle­rose betroffen, spricht man von der koronaren Herzkrankheit. Deren Hauptsymptom ist schmerzhafte Brustenge, auf Lateinisch Angina Pectoris.

 

So erkennt man eine Arteriosklerose:

Je nach dem, welche Arterien betroffen sind, kann die Arteriosklerose zu einem Engegefühl im Brustkorb oder linksseitigen Brustschmerzen führen (einer Angina Pectoris Angina Pectoris Wenn das Herz zur Zeitbombe wird ), ist eine Halsschlagader verkalkt, kann es zu einem Schlaganfall kommen, der sich häufig durch Lähmungen und Sprachstörungen bemerkbar macht. Verengte Bein- und Beckenarterien machen sich hingegen durch starke Muskelschmerzen nach kurzen Gehstrecken bemerkbar (die sogenannte Schaufensterkrankheit). Auch Erektionsstörungen können eine Folge einer Arteriosklerose sein.

2. Herzrhythmusstörungen

Wenn das Herz ausser Takt ­gerät, schlägt es zu langsam, zu schnell oder unregelmässig. Schlägt es zu langsam, spricht man von einer Bradykardie, schlägt es zu schnell, von Tachykardie. Der Bradykardie liegt eine Störung bei der Übertragung des elektrischen Impulses vom Vorhof in die Herzkammern zugrunde.

Besonders gefährlich ist die Kammertachykardie, die zum plötzlichen Herztod führen kann. Diese kann bei akutem Herzinfarkt oder danach infolge der Narbenbildung im Herz­muskel oder bei Herzmuskel­erkrankungen entstehen.

 

Das sind Anzeichen für eine Herzrhythmusstörung:

Die Symptome für Herzrhythmusstörungen sind sehr unterschiedlich und werden auch sehr unterschiedlich wahrgenommen. Während einige Betroffene leichte Rhythmusstörungen gar nicht bemerken, empfinden andere sie als sehr bedrohlich. Eine Bradykardie äussert sich häufig durch Herzstolpern, Schwindel, kurze Kreislaufkollapse, Benommenheit oder auch vorübergehende Seh- oder Sprachstörungen. Schnelle Herzrhythmusstörungen hingegen äussern sich durch Herzklopfen oder Herzrasen und Nervosität.

3. Vorhofflimmern

Das Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. In den Vorhöfen kommt es zu kreisenden elektrischen Erregungen. Durch dieses elektrische Gewitter ziehen sich die Vorhöfe sehr schnell und unkoordiniert zusammen. Pro Herzschlag gelangt weniger Blut in die Herzkammern – die Herzleistungsfähigkeit sinkt, der Puls gerät aus dem Takt, und das Risiko der Bildung gefährlicher Blutgerinnsel, die einen Hirnschlag ver­ursachen können, steigt.

 

Das sind Anzeichen für Vorhofflimmern:

Häufig bemerken betroffene Personen nicht, dass sie an einem Vorhofflimmern leiden, da sich ihr Körper bereits an die Rhythmusstörung angepasst hat. Manchmal merken aber Patienten, bei denen das Vorhofflimmern neu auftritt, dass sie körperlich weniger belastbar sind und sie verspüren Atemnot. Manchmal werden die Symptome begleitet von Herzstolpern oder Herzklopfen, Brustschmerzen sowie Beklemmungs- oder Angsgefühlen.

4. Herzklappeninsuffizienz

Bei einer Herzklappeninsuffizienz sind die Herzklappen undicht. Von einer Klappenstenose spricht man, wenn die Herzklappe verengt ist. Dann kann die Herzklappe ihre Ventilfunktion nicht mehr erfüllen, und das durch die Klappen gepumpte Blut fliesst entweder ungenügend in die Kammern (Stenose) oder zurück in den Vorhof (Insuffizienz).

Eine Herzklappeninsuffizienz kann durch eine Erweiterung der Herzkammern (Mitralinsuffizienz) oder der Hauptschlagader (Aorteninsuffizienz) zustande kommen. Ursachen können ein Herzinfarkt, Herzmuskel­erkrankungen, ein zu ­hoher Blutdruck oder bakterielle Infektionen sein.

 

Das sind Symptome für eine Herzklappeninsuffizienz:

Ein typisches Anzeichen für eine Herzklappeninsuffizienz ist Atemnot. Zudem kann auch Bluthochdruck auf diese Erkrankung hinweisen. Oft bemerken Betroffene zudem einen starken Leistungsabfall und rasche Ermüdungserscheinungen. Bei körperlicher Belastung geraten sie schnell in Atemnot.

5. Herzschwäche, Herzinsuffizienz

Bei einer Herzschwäche ist das Herz nicht (mehr) in der Lage, die volle Pumpleistung zu erbringen. Gründe können ein Herz­infarkt, ein angeborener Herzfehler, Herzrhythmusstörungen oder Herzmuskelerkrankungen sein.

 

Das sind Anzeichen für eine Herzinsuffizienz:

Die Beschwerden sind je nach Grad unterschiedlich ausgeprägt: Zunächst kommt es zu Atemnot bei starker, dann leichter Anstrengung. Ist die Herzinsuffizienz schon weit fortgeschritten, kommt es zu einem Lungenödem (Wasser in der Lunge). Die Erkrankten können dann nicht mehr flach auf dem Rücken liegen, ohne dass sie ein Gefühl der Beklemmung überkommt.

Ist die linke Herzkammer von der Insuffizienz betroffen, atmen die Patienten oft schneller, setzen sich im Bett aufrecht hin, um besser atmen zu können. Sie leiden unter Hustenanfällen, haben kalte Schweissausbrüche und sind sehr unruhig. Beim Atmen sind auf der Lunge Rasselgeräusche zu hören.

Ist die rechte Herzkammer betroffen, sammelt sich Wasser in Knöchel und Schienbeinen an. Nachts müssen die Erkrankten häufig zur Toilette. Ist die Krankheit schon weit fortgeschritten, zeigen sich Hautödeme an den Flanken, den Genitalien und am Gesäss. 

6. Herzinfarkt

Bei einem Infarkt verschliesst ein Blutgerinnsel (Thrombus) ein arteriosklerotisch verändertes Herzkranzgefäss. Dadurch wird im betroffenen Teil des Herzmuskels die Blut- und Sauerstoffversorgung beeinträchtigt oder unterbrochen. Ohne sofortige Wiederherstellung der Blutversorgung sterben die Muskelzellen ab. Die Folge ist eine Vernarbung mit entsprechender Beeinträchtigung der Herzleis­tung. Auch an anderen Organen können Verschlüsse auftreten: Bei einem Hirnschlag etwa wird die Blutversorgung des Gehirns unterbrochen.

«Wissen, was dem Körper gut tut.»

Chantal Hebeisen, Redaktorin

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