Bund gefährdet Klimaabkommen – wegen einer US-Firma
GE Vernova mit Sitz in Baden AG baut Gaskraftwerke in unsicheren Ländern. Der Bund hilft dabei – und hüllt sich rund um die Details in Schweigen. Sogar CO₂-Emissionen sind als Geschäftsgeheimnis geschwärzt.

Veröffentlicht am 30. September 2026 - 05:00 Uhr

Mit Gasturbinen von GE Vernova: die Kraftwerke Nhon Trach 3 und 4 in Vietnam, nahe von Ho-Chi-Minh-Stadt
Was haben Vietnam, Polen, Turkmenistan, Saudi-Arabien, Senegal und Elfenbeinküste gemeinsam? Schweizer Unternehmen liefern Gasturbinen und andere Bauteile dorthin. Weil aber den Versicherungen, die solche Exporte für gewöhnlich absichern, die Risiken in politisch oder wirtschaftlich unsicheren Ländern zu hoch sind, springt der Bund ein. Konkret die staatliche Schweizerische Exportrisikoversicherung (SERV). Sie versichert Exporte und garantiert Zahlungen für die Schweizer Firmen auch dann, wenn es zu Krieg oder Unruhen kommt. Oder ausländische Kunden aus anderen Gründen nicht zahlen. Das Ziel: Arbeitsplätze in der Schweiz erhalten und schaffen.
Die SERV unterstützt auch bei Projekten, bei denen es um Spinnereien, Seilbahntechnik oder Bahninfrastruktur geht. Bei Exporten von Turbinen und anderen Bauteilen für Gaskraftwerke ist die staatliche Unterstützung aber politisch brisant: Denn die Schweiz hat sich 2021 an der Klimakonferenz in Glasgow verpflichtet, keine Projekte im Bereich fossiler Energie im Ausland mehr mit staatlichen Mitteln zu finanzieren oder abzusichern. So legt es die Clean Energy Transition Partnership fest, oft auch Glasgow-Erklärung genannt.