«Defekte Postautos sind monatelang im Einsatz»
Ein Angebotsausbau in der Surselva bringt Postauto an seine Grenzen. In einem Brandbrief beklagen Chauffeure «massive Missstände». Dabei geht es auch um die Sicherheit der Fahrgäste. Postauto verspricht Massnahmen.
Veröffentlicht am 3. September 2026 - 05:00 Uhr

Ein Postauto-Fahrer gibt Einblicke in interne Arbeitsbedingungen, über die öffentlich geschwiegen werden soll.
Ausbau auf allen 20 Postauto-Linien und teilweise Halbstundentakt – ein «langersehnter Traum» gehe in Erfüllung, erklärte die Bündner Regierungsrätin Carmelia Maissen gegenüber SRF. Das war Anfang Dezember 2025. Seit dem Fahrplanwechsel fahren im Bündner Oberland – etwa von Ilanz nach Laax oder Vals – deutlich mehr Postautos. Doch für viele der Fahrer und Fahrerinnen ist es ein Albtraum. «Der Fahrplanwechsel brachte das Fass zum Überlaufen», sagt einer von ihnen.
Am 27. Januar 2026, eineinhalb Monate nach Einführung des Halbstundentakts, erhielt Stefan Regli, Schweiz-Chef von Postauto, einen Brandbrief aus der Surselva. Was sich derzeit bei Postauto abspiele, sei «das Ergebnis systematischen Wegschauens, zentralistischer Fehlentscheide und einer Organisation, die ihre Basis zunehmend sich selbst überlässt». 42 Personen, ein Drittel der Belegschaft, hatten den Brief unterschrieben.