Im französischen Städtchen Vittel pumpen Nestlé und der Käsehersteller Ermitage seit Jahren Wasser von der Quelle Bonne Source ab. Ermitage braucht es für die Käseherstellung, Nestlé füllt das Wasser in Flaschen und verkauft es als Mineralwasser Vittel. Die massive industrielle Nutzung hat zu einer starken Absenkung des Grundwasserspiegels geführt. Ohne Gegenmassnahmen wird die Quelle im Jahr 2050 erschöpft sein.

Abhilfe sollte eine Pipeline schaffen, die Wasser aus den umliegenden Gemeinden nach Vittel leiten würde. Gegen diese Lösung wehrten sich die lokalen Umweltschutzverbände Trinkwasser Nestlé gräbt Vittel das Wasser ab . Jetzt haben sie einen wichtigen Sieg errungen. Die Behörden des Departementes Vosges haben dem Pipeline-Projekt ihre Unterstützung entzogen. Als Grund wird die ungewisse technische Umsetzung genannt.

Das «Comité de Bassin», eine Art lokales Wasserparlament, hat einstimmig eine neue Strategie zur Wassernutzung verabschiedet. Ziel ist nicht bloss eine Stabilisierung des Grundwasserspiegels, sondern eine komplette Regeneration vor. Dies soll mit einem ehrgeizigen Wassersparprogramm erreicht werden. Ausserdem soll sich die Nutzung prioritär den Bedürfnissen der Bevölkerung orientieren. Umweltschutzorganisationen hatten Nestlé beschuldigt, eine Privatisierung des Wassers zu betreiben.

Nestlé wies darauf hin, dass seine Wasserentnahme seit 2010 um 30 Prozent gesunken sei. Für das Jahr 2020 sei eine weitere Senkung um 5 Prozent geplant.

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Andres Büchi, Chefredaktor

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