Mitte Mai berichtete der Beobachter, wie die von Bund und Kantonen mit viel Geld subventionierten Gesamtmeliorationen in der Landwirtschaft die Biodiversität zerstören Melioration vs. Artenvielfalt Die ewige Zweite . Das müsste nicht sein. Längst besagt ein Gesetz, dass jede dieser Bodenveränderungen zur Vereinfachung der Bewirtschaftung die natürliche Vielfalt nicht nur schützen, sondern sogar fördern muss. Es ist jedoch so vage formuliert, dass es leicht zu umgehen ist.

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Ein soeben publizierter Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) stützt die vom Beobachter formulierte Kritik. Die Behörde hat unter anderem untersucht, ob das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) sicherstellen kann, dass bei jeder Gesamtmelioration das betreffende Gebiet ökologisch aufgewertet wird – wie es das Gesetz vorschreibt. Kann es nicht, so das Fazit der Kontrolleure. Mal klappt es besser, mal weniger gut, oft gar nicht. Oder anders: Es gibt kein System. Das ist die Hauptkritik der Finanzkontrolle.

Bericht fordert Mindestanforderungen

Ein Beispiel: Bevor irgendwo eine Gesamtmelioration startet, muss die Natur, die betroffen sein wird, erfasst werden. Und zwar möglichst vollständig. Nur wer den Vorher-Zustand kennt, kann beurteilen, ob im Nachher-Zustand die Biodiversität Verlust von Biodiversität «Stirbt eine Art aus, droht eine Kettenreaktion» gefördert und somit das Gesetz vollzogen wurde. Laut den EFK-Kontrolleuren passiert das «in sehr unterschiedlicher Qualität». Sie fordern das BLW in ihrem Bericht auf, zeitnah «Mindestanforderungen für die Erfassung von Naturwerten» zu erarbeiten.

Genau zu wissen, welche und wie viel Natur durch die Melioration beschädigt wird, ist aber erst der Anfang. Die Schäden müssen auch wieder wettgemacht werden, mindestens, damit die Biodiversität am Ende mit einer positiven Bilanz dasteht.

Nur: Welche ökologischen Massnahmen eignen sich, um etwa den Verlust einer Bergheuwiese wettzumachen? Wie berechnet man das? Und ab wann kann man sagen: Jetzt ist gut? Dem BLW fehle «ein transparentes Bewertungssystem für ökologische Massnahmen», schreiben die Kontrolleure. Sie fordern, ein solches zeitnah einzuführen.

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