Nachdem in den vergangenen zwei Wintern im Kanton Bern je 45 Tiere geschossen wurden, will jetzt auch der Kanton Schwyz fünf Gänsesäger abschiessen. Zuvor hatten bereits andere Kantone Sonderabschüsse bewilligt. Sie folgen damit dem Ruf der Angler, die wegen des fischfressenden Vogels ihre Fänge bedroht sehen.

«Der Druck seitens der Fischer wird ­immer grösser», so Verena Keller von der Vogelwarte Sempach. Der Brutbestand des Gän­se­sägers wird auf nur 500 Paare geschätzt und ist Teil einer genetisch eigenständigen «Alpenpopulation». Deshalb trage die Schweiz eine besondere Verantwortung für die Art, betont Keller. Die Fischer hingegen ­argumentieren, der Gänsesäger sei neben dem Kormoran hauptverantwortlich für den Rückgang der Forellenfänge in vielen Flüssen.

Das Bundesamt für Umwelt rechtfertigt die Massnahmen der Kantone: «Sie berücksichtigen alle Argumente und suchen einen Mittelweg», verteidigt der wissenschaftliche Mitarbeiter Martin Baumann die neue Abschusspolitik.