Die Grafik zeigt, wo es die Kicker am häufigsten zwickt – klicken Sie sich durch!

Die Mannschaft der Verhinderten gäbe bei intakter Gesundheit an der Europameisterschaft in Frankreich wohl keine schlechte Figur ab. Ilkay Gündogan und Marco Reus wären bei Weltmeister Deutschland für die Startelf gesetzt – sofern sie die EM nicht wegen einer kaputten Kniescheibe oder Adduktorenbeschwerden verpassen würden. Geheimfavorit Belgien muss auf den Abwehrchef Vincent Kompany verzichten – der Captain der Mannschaft zog sich eine Verletzung an der Leiste zu. Bei der Schweiz fehlen Stürmer Josip Drmic (Knorpelschaden im Knie) und Mittelfeldspieler Renato Steffen (Muskelfaserriss im Oberschenkel), bei England der Goalgetter Danny Welbeck (Knorpelschaden im Knie) und bei Gastgeber Frankreich der Verteidiger Raphael Varane (Muskelriss im Oberschenkel).

Diese Liste mit prominenten Ausfällen für die aktuelle Europameisterschaft ist bei weitem nicht vollständig. Und eines ist garantiert: Das Havarierten-Team ist das einzige, dessen Kader im Verlauf der Endrunde noch Zuwachs erhalten wird. Denn beim Tempo und der Dynamik des heutigen Spitzenfussballs sind Verletzungen an der Tagesordnung, gerade wenn die Spieler Extrembelastungen wie an einer EM ausgesetzt sind, wo ein Spiel aufs nächste folgt. Am stärksten betroffen sind dabei naturgemäss die unteren Körperextremitäten: in erster Linie die Muskelpartien an den Beinen sowie die Bänder im Kniebereich.

Viele Unfälle, hohe Kosten

Um sich auf dem grünen Rasen zu verletzten, braucht man kein Spitzenspieler zu sein – da genügt ein unglücklicher Auftritt an einem Grümpelturnier oder beim Freizeitkick mit Freunden. Das bestätigt die Unfallstatistik. Demnach verletzen sich in der Schweiz jedes Jahr mehr als 175'000 Personen bei Sport und Spiel. 25 Prozent der Unfälle ereignen sich nur beim Fussball - dies sind in einem Jahr mehr als 44'500, so die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA). Das tut weh und ist teuer: Die jährlich laufenden Kosten dieser Unfälle betragen 173 Millionen Franken.