Von wegen «kalte Betten»! Der Ausdruck stimmt zwar insofern, dass die rund 420000 Zweitwohnungen in der Schweiz tatsächlich die meiste Zeit des Jahres leer stehen. Trotzdem ist die Redewendung falsch: In den wenigsten Ferienwohnungen ist es während des Leerstands wirklich kalt – die Radiatoren heizen dort meist munter weiter.

Dass es hier ein grosses Potenzial zur Energieeinsparung und Reduktion von CO2 gibt, liegt auf der Hand. Das wissen auch der Bund und die Stiftung Myclimate: Beide haben deshalb vor einigen Jahren entsprechende Kampagnen gestartet. Bei beiden geht es darum, dass die Heizung des Feriendomizils ferngesteuert reguliert und damit die Temperatur während der Abwesenheit ganz einfach abgesenkt werden kann.

300 Tage im Jahr stehen in der Schweiz die meisten Feriendomizile leer.

Die Systeme dazu funktionieren alle ähnlich: Von zu Hause aus gibt man einer zentralen Steuereinheit in der Ferienwohnung den Befehl, die Temperatur auf ein bestimmtes Niveau zu senken beziehungsweise die Heizung hochzufahren. Der Befehl wird daraufhin an die Thermostate in den Zimmern oder die funkfähigen Heizkörperthermostate weitergeleitet.

Die Übermittlung der Steuerbefehle erfolgt je nach System über das Festnetz, das Mobiltelefon (SMS) oder per Internet – Letzteres meist mit einer App (Smartphone/PC/Tablet). Mit den ausgefeiltesten Lösungen kann so beispielsweise die aktuelle Temperatur in der Wohnung abgelesen oder für jeden Raum eine individuelle Gradzahl eingestellt werden.

Bis zu 650 Franken weniger Heizkosten

Solche Fernsteuerungen wären für neue, nur zeitweise belegte Wohngebäude seit 2014 gemäss MuKEn (Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich) eigentlich Pflicht – nur sind diese in diversen Kantonen noch nicht umgesetzt worden. Dass sich die nachträgliche Installation solcher Systeme auch in bereits bestehenden Gebäuden lohnt, zeigt eindrücklich der Kalkulator auf der Website von «Make Heat Simple», der Kampagne des Bundes.

Bei einer grossen Drei-Zimmer-Ferienwohnung mit Ölheizung, die bisher konstant auf 22 Grad temperiert wurde und im Winter nur während 40 Tagen belegt war, lassen sich mit einer Absenkung der Temperatur auf 12 Grad während des Leerstands gut 50 Prozent Energie einsparen. Die Heizkostenrechnung fällt so jährlich rund 650 Franken tiefer aus.

Wenn die Wohnung 120 Tage im Winter belegt ist, liegt das Einsparpotenzial bei knapp 25 Prozent. Je seltener eine Wohnung genutzt wird, desto mehr lohnt sich also eine Fernsteuerung. Und die meisten Feriendomizile stehen gemäss Studien sehr lange leer: während mehr als 300 Tagen im Jahr.

Echte «kalte Betten» wünschenswert

Während die Kampagne des Bundes vor allem Infos, Zahlen und die Adressen der regionalen Installateure bietet, geht jene von Myclimate weiter. Dort gibt es 300 Franken Rabatt für die Installation einer von der Stiftung konkret vorgeschlagenen Heizungsfernsteuerung per App.

Je nach Anzahl Heizkörper und Situation vor Ort kostet dieses System zwischen 650 und 1600 Franken (Rabatt schon abgezogen und ohne Installation). Dazu kommt noch eine jährliche Abogebühr von 60 Franken. Das Abo garantiert unter anderem Support sowie eine stetige Überwachung des Systems inklusive Alarmierung (auch bei Stromausfall oder WLAN-Problemen).

Egal welches System schliesslich installiert wird: Dank Fernsteuerung sind es während der Abwesenheit dann wirklich auch «kalte Betten» – und mittels Befehl 24 Stunden im Voraus auch rechtzeitig wieder kuschelig warme.

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