«Schutz und Selbstbestimmung dürfen niemals gegeneinander ausgespielt werden»
In der Herbstsession wird die Umsetzung der Inklusions-Initiative debattiert. Dabei geht es auch um selbstbestimmtes Wohnen mit Assistenz. Sozialpädagoge Daniel Kasper fordert auch dort Schutz vor Gewalt und Übergriffen.

Veröffentlicht am 14. September 2026 - 05:00 Uhr

«Gewalt umfasst ein breites Spektrum, die Gefahren existieren in Institutionen ebenso wie im privaten Assistenzmodell»: Daniel Kasper
Daniel Kasper, die Inklusions-Initiative verlangt das Recht auf freie Wahl der Wohnform. Welche neuen Gefahren entstehen, wenn mehr Menschen aus Heimen in Assistenzmodelle wechseln, also mit Unterstützung von Assistenzpersonen in den eigenen vier Wänden leben?
Es entstehen nicht zwingend neue Gefahren, aber das Leben mit Assistenz birgt Risiken, die wir bisher zu wenig beleuchtet haben. Ich denke an physische, psychische oder sexuelle Grenzverletzungen, aber auch an alltägliche Unsicherheiten im Umgang mit Nähe und Distanz. Menschen mit Behinderung sind im Alltag mit etlichen Abhängigkeiten konfrontiert. Gewalt umfasst ein breites Spektrum – und die Gefahren existieren in Institutionen ebenso wie im privaten Assistenzmodell. Nur werden sie im Bereich Assistenz noch kaum diskutiert.