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Wohnen Die häufigsten Einrichtungsfehler

Schlechte Beleuchtung, vollgestellte Wände, fehlender Stauraum – eine Wohnung soll zwar persönlich sein, sieht aber schnell chaotisch aus. Diese 8 Fehler sollten Sie vermeiden.

Wände und Regale sollten nicht zu vollgestellt sein. Besser ist es, Lieblingsgegenstände gekonnt zu inszenieren.
von aktualisiert am 26. September 2017

Schlechte Beleuchtung

Gleichmässig hell ausgeleuchtete Räume sind ungemütlich. Erst das Zusammenspiel von Licht und Schatten bringt Spannung in den Raum. Als harmonisch und wohnlich empfinden wir eine Kombination von indirektem, diffusem Licht mit gebündeltem, direktem. Für Wohnräume empfehlen sich Leuchten mit einer Lichttemperatur bis zu 3000 Kelvin, Werte ab 3300 Kelvin sind perfekt fürs Büro. Als Grundbeleuchtung und zur Orientierung in einem Raum eignet sich das indirekte Licht von Steh- oder Wandleuchten, das von Wänden oder Decken reflektiert wird.

Unterkühlte Atmosphäre

Materialien und Oberflächen bestimmen im Wesentlichen die Atmosphäre in einem Raum. Oft werden Möbel mit einer perfekten, glatten oder minimalistischen Ausstrahlung kombiniert. Solche Materialien setzen auch nach 50 Jahren keinerlei Patina an, und die Atmosphäre im Raum bleibt unterkühlt. Ebenfalls schlecht altern übrigens Kunststoffe. Shabby-Chic-Möbel sehen künstlich aus. Möbel aus natürlichen und massiven Materialien altern hingegen schön. Das kann Massivholz, Leder, Naturstein, Messing, Wolle oder Kork sein. Die Oberflächen sind je nachdem roh, geölt oder gewachst. 

Wohnen wie im Katalog

Was in einem Katalog oder Magazin gut aussehen mag, kann in den eigenen vier Wänden völlig daneben wirken. Es ist deshalb keine gute Idee, ein Ensemble, das man in einem Einrichtungshaus gesehen hat, als Ganzes zu kaufen. Das wirkt unpersönlich. Wählen Sie stattdessen mutig Einzelstücke aus und integrieren Sie persönliche Dinge in Ihre Einrichtung. Es sind die Gegenstände, die wir lieben, die eine Wohnung zum Zuhause machen.

Fehlende Ablageflächen, fehlender Stauraum

Niemand mag Stapel von Büchern, Spielsachen oder Kleidern, die sich auf Tischchen, Sesseln oder gar am Boden ablagern. Warum geben wir diesen Dingen nicht einen eigenen Ort? Kleine Beistelltische bieten Platz, um persönliche Gegenstände abzulegen. Eine kleine Bank hinter dem Sofa ist ideal, um Objekte und Leuchten zu platzieren. Spielsachen und Kleinkram versorgt man am besten in einer hübschen Kiste oder einem Korb.

Sammelsurium

Wir verteilen unsere Einrichtungsgegenstände gern willkürlich in der Wohnung, oft einfach dort, wo es gerade Platz hat. Das wirkt zufällig und wertet einzelne Wohnaccessoires ab, anstatt sie zu inszenieren. Setzen Sie in Ihren Räumen bewusst nur einen Fokus und gruppieren Sie funktionale, aber auch persönliche Dinge dazu. Bauen Sie für Ihre persönlichen Arrangements eine kleine Bühne, etwa ein hübsches Tablett oder einen Bilderrahmen, die das Ganze zusammenhalten. 

Kleine Teppiche

Kleine Teppiche

Ein Teppich steigert aus verschiedenen Gründen die Behaglichkeit: Textile Materialien schlucken Schall und wirken wohnlich. Zudem bildet ein Teppich eine Insel und hält eine Sitzecke im Wohnzimmer oder einen Essbereich optisch zusammen. Entscheiden Sie sich immer für Teppiche, die gross genug sind, so dass Sie darauf ein Bett, einen Tisch mitsamt Stühlen oder eine Sitzgruppe stellen können.

Vollgestellte Wände

Viele Menschen neigen dazu, die Wände in ihrer Wohnung komplett vollzustellen. Das wirkt oft langweilig und macht zudem den Raum kleiner. Ein Sofa beispielsweise muss nicht zwingend an der Wand stehen. Oft sieht es sogar besser aus, wenn es mitten im Raum platziert wird. Viele Sofahersteller haben dies erkannt und auch die Rückwände ihrer Möbel schön gestaltet, so dass man sie nicht mehr zu verstecken braucht.

Fernseher am Boden

In einer Studentenbude mag ein Fernseher auf dem Boden noch okay sein, überall sonst wirkt er unerwachsen. Gönnen Sie Ihrem Bildschirm mit einem Sideboard oder einem Regal ein angemessenes Möbel und integrieren Sie den Fernseher dadurch besser in die Einrichtung. Das hat zudem den Vorteil, dass darin technisches Zubehör wie eine Set-Top-Box elegant versteckt werden kann.

Die Tipps stammen von der gebürtigen Stuttgarterin Mia Kepenek. Sie lernte zuerst Schreinerin, bevor sie Innenarchitektur und inszenatorisches Design studierte. 2012 gründete sie in Zürich ihre eigene Firma. Es gehe ihr immer darum, «Stimmungen greifbar zu machen und Authentizität zu erhalten», sagt sie. 

www.kepenek.ch

Illustrationen: Anne Seeger und Andrea Klaiber
Fotos: Nicolas Gurney/Fotografie von Katherine Lu aus «Raumwunder» © Gestalten 2017, PD

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Christian Gmür, Content Manager Ratgeber

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