
Veröffentlicht am 12. Oktober 2022 - 13:43 Uhr

«Frauen schämen sich oft, über den Lohn zu sprechen.»
Helena Trachsel, Leiterin Fachstelle Gleichstellung Kanton Zürich
«Frauen werden noch immer anders sozialisiert als Männer. Die gesellschaftlichen Erwartungen an die Rolle der Frauen bedeuten nach wie vor, dass sie nachgiebig und einlenkend sein müssen, um akzeptiert zu werden. Diese Eigenschaften kommen ihnen bei Verhandlungen in die Quere.
Vorgesetzte, Personalverantwortliche und die Frauen selbst gehen häufig davon aus, dass sich Frauen nur ungern mit dem Thema Geld auseinandersetzen und deshalb auch den Lohn seltener erfolgreich verhandeln. Spätestens mit der Geburt des ersten Kindes sei ja der Mann für Haupteinkommen und Finanzplanung verantwortlich, was die Statistiken deutlich bestätigen.
Kein Wunder, fühlen sich viele Frauen unsicher, über Finanzen, Sozialversicherungen oder die eigene Absicherung zu reden, geschweige, ihren Lohn zu verhandeln . Es ist unverzichtbar, dass Frauen sich von diesen nicht mehr angemessenen Denkmustern befreien, sich kundig machen und sich dadurch die Sicherheit für Finanzgespräche jeglicher Art aneignen.»
«Schweigen ist eine viel bessere Verhandlungstaktik, als sich zu rechtfertigen.»
Verena Tschudi, Karriere- und Leadership-Coach
«Denken Sie an die Zahl, die Sie gern verdienen möchten – und schlagen Sie nochmals 20 Prozent dazu. Sagen Sie sich die neue Zahl mehrmals am Tag laut vor. Reden Sie mit Freundinnen und Freunden darüber. Gewöhnen Sie sich daran, dass das Ihr neues Gehalt ist. Auch wenn Sie sich schrecklich fühlen: Verlangen Sie diese Zahl.
Wichtig: Sie müssen sich für Ihre Lohnforderung nicht rechtfertigen. Im Restaurant kostet es auch einfach, was es kostet.
Schweigen kann anschliessend hier die beste Verhandlungstaktik sein: Wer die Stille und Spannung am besten respektive längsten aushält, gewinnt. Und ein Tipp fürs Bewerbungsgespräch : Tragen Sie Kleider, die teuer aussehen. Auch wenn das für Sie seltsam klingen mag, aber Arbeitgeberinnen sind dann eher bereit, mehr zu zahlen.»