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Diskriminierendes Stelleninserat«Mütter unerwünscht»

Frage: Ich bin alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. In einer Stellenausschreibung wird mein Typ kategorisch ausgeschlossen. Ist das nicht diskriminierend?

Wer Bewerber aufgrund der Hautfarbe ablehnt, handelt nach dem Gleichstellungsgesetz diskriminierend.
Von aktualisiert am 06. Februar 2019

Grundsätzlich dürfen Arbeitnehmende bei der Anstellung nicht aufgrund ihrer familiären Situation benachteiligt werden. Geschlecht, Zivilstand oder eine Schwangerschaft dürfen kein ausschlaggebendes Kriterium sein (Art. 3 Gleichstellungsgesetz). Bei einer Anstellungsdiskriminierung kann eine Entschädigung in Höhe von maximal drei Monatslöhnen anfallen. Diese Gesamtsumme bleibt dieselbe, auch wenn mehrere Bewerber eine diskriminierende Ablehnung geltend machen. 

In Ihrem Fall findet das Diskriminierungsverbot von Artikel 3 des Gleichstellungsgesetzes bei einer Stellenausschreibung Stellensuche So findet man versteckte Jobs jedoch keine Anwendung. Erst wenn Sie sich auf das Inserat bewerben und man Sie wegen Ihrer Betreuungspflichten ablehnt, können Sie sich auf das Gleichstellungsgesetz berufen. 

Beispiel einer Anstellungsdiskriminierung aus anderen Gründen

Eine Frau aus dem Balkan bewarb sich für einen Job in einer Zürcher Reinigungsfirma. Das Unternehmen hatte bereits in der Ausschreibung der Stelle gegenüber dem RAV durchblicken lassen, dass man keine Angestellten aus dem Balkan wolle. Das RAV Arbeitslosigkeit Musterland Schweiz – oder doch nicht? schlug dennoch die Frau mazedonischer Herkunft vor.

Das Zürcher Arbeitsgericht urteilte die Ablehnung als schwere Persönlichkeitsverletzung, auch wenn zwischen dem Arbeitgeber und der Bewerberin nie ein direkter Austausch stattfand. Die Bewerberin erhielt eine Genugtuung von 5000 Schweizer Franken.

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Mehr zu Diskriminierung im Bewerbungsverfahren bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Wie können Jobbewerber reagieren, die wegen ihrer ethnisch-kulturellen Herkunft abgelehnt werden? Legitimiert eine Frauenquote immer eine Absage an Männern? Mitglieder von Guider sowie Beobachter-Abonnenten können sich unter «Diskriminierung im Bewerbungsverfahren» über weitere Gerichtsfälle erkundigen.

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Sarah Käser, Online-Redaktorin

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2 Kommentare

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nikeface
Zum Thema Diskriminierung. Was ist mit dem Alter? Wenn man über 50 ist? Die Diskriminierung hier wird nirgends erwähnt.
derbeobachter
In der Schweiz ist die Altersdiskriminierung in der Stellenausschreibung leider erlaubt. Nicht so gemäss EU-Richtlinien oder nach deutschem Arbeitsrecht.

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