Mit Englisch kommt man immer durch? Leider trifft dieses ­Bonmot nicht überall zu. Was also tun, wenn man die Ferien in einem Land verbringt Handzeichen Andere Länder, andere Gesten , dessen Sprache man nicht versteht?

Eine Möglichkeit sind Übersetzungs-Apps fürs Smartphone. Die übersetzen immer zuverlässiger. Und schnell: Die Spracherkennung ist oft so ausgereift, dass man nichts mehr ­mühselig ins Handy eintippen muss – alles läuft über das Mikrofon. Die App schickt die Aufnahme auf den Server des Anbieters, dort übersetzen Algorithmen Big Data Die unheimliche Macht der Algorithmen in die gewählte Sprache und senden das Resultat zurück. Das dauert meist nicht länger als eine Sekunde. Auf dem Bildschirm erscheint die Über­setzung als Text, zugleich ertönt sie aus dem Lautsprecher.

Übersetzungs-Apps mit und ohne Internetverbindung

Das funktioniert heute für Dut­zende von Sprachen. Die besten ­Ergebnisse erhält man mit klarer ­Aussprache, simpler Wortwahl und einfachen Sätzen. Auch eine gute WLAN-Verbindung hilft. Eine anständige Mobilverbindung tut es zwar auch, aber es können je nach Abo hohe Roamingkosten entstehen Salt 330 Franken für 1 Minute Roaming .

Es gibt allerdings Apps, die auch offline funktionieren. Dafür lädt man sich vor der Abreise das entsprechende Sprachpaket aufs Smartphone. Die Übersetzungsqualität mag etwas leiden, dafür ist man unabhängig von Netz und Empfang unterwegs.

Praktisch ist, dass sich die Übersetzungen auch in andere Apps wie etwa Whatsapp oder Facebook Digitale Sicherheit 12 Checklisten zu Google, Facebook & Co. einfügen lassen. So kann man auch in den sozialen Medien in der fremden Sprache kommunizieren.

Zwei Typen von Übersetzer-Apps

1. Persönliche Assistenten

Für schnelle, kurze Übersetzungen ­eignen sich die im Smartphone eingebauten digitalen Assistenten Siri (iOS) und Assistant (Google). «Hey Siri/Hey Google, übersetze mir ‹Wie geht es dir?› auf Italienisch» liefert gute Ergebnisse, funktioniert aber nur mit der Ausgangssprache, auf die das Handy eingestellt ist. Das Gegenüber wiederum muss sein eigenes Smartphone benutzen – für eine längere Kommunikation eignen sich richtige Dolmetscher-Apps besser.
 

2. Dolmetscher-Apps

Benötigt wird nur ein Smartphone mit Dolmetscher-App. Die Gesprächspartner sprechen abwechselnd ins Mikrofon und warten, bis die übersetzte Antwort angezeigt und vorgelesen wird. Mit diesem Hin und Her lässt sich durchaus Konversation treiben.

Die kostenlosen Dolmetscher-Apps von Google (iOS / Android) und Microsoft (iOS / Android) sind auch offline nutzbar. Microsoft übersetzt bereits simultan während der Spracheingabe. Der Bildschirm splittet sich, jeder Gesprächspartner bekommt eine Hälfte zugewiesen. So lässt sich das Handy zur Konversation bequem in die Mitte legen.

Praktisch bei Google: Die App erkennt automatisch, wer gerade in welcher Sprache spricht, und übersetzt. So sind auch Gruppengespräche möglich, wenn man nicht durcheinanderredet.

Die App «SayHi» (Android und iOS, kostenlos) überzeugt durch einfachste Bedienung sowie schnelle und zuverlässige Übersetzung in 90 Sprachen. Leider funktioniert sie nicht offline.

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Die ehrgeizige Variante: Mit Apps Sprachen lernen

Wer sich intensiver mit Kultur und Gesellschaft eines fremden Landes befassen will, nähert sich ihm am besten auch sprachlich. Idealerweise vor der Reise – vielleicht als willkommenes, aber auch ­etwas zeitintensives Hirntraining.

Dafür gibt es etliche Sprachlern-Apps. Sie sind ständig auf dem Smartphone mit dabei, so dass sich immer mal zwischendurch in Bus und Bahn spontan eine ­Lektion einschieben lässt. Lernen mit ­einer App ist interaktiv und macht Spass. Fotos oder Videos lockern auf und ver­tiefen das ­Gelernte, die Apps wiederholen eigenständig.

Eine App kann allerdings keine Sprachschule ersetzen. Die Sicherheit in der Kommunikation und der Feinschliff in der Aussprache kommen erst, wenn man mit versierten Sprechern in Kontakt ist.
 

Tipps: Sprachlern-Apps

Um in den Ferien einfache Unterhaltungen zu führen, reichen werbe­finanzierte, kostenlose Apps wie «Duolingo» (iOS / Android) oder «50 Languages» (iOS / Android). Sie bewegen sich auf Einsteiger-Niveau und vermitteln spielerisch eine Basis an Grammatik, Vokabeln und Aussprache für Alltagssituationen. Die Kurse stehen zum Download bereit, es braucht zum Lernen also nicht zwingend eine Internetverbindung.

Wer eine höhere Sprachkompetenz ­erreichen will, kommt an einer kostenpflichtigen App nicht vorbei. «Babbel» ­(iOS / Android) etwa wurde und wird von Sprach­wissenschaftlern in Berlin entwickelt. Die integrierte Spracherkennung kontrolliert die richtige Aussprache. Monatlich kostet die App bis zu zehn Franken. «Busuu» (iOS / Android) kommt aus England und funktioniert eher wie ein soziales Netz­werk: Sprech- und Schreibübungen können von Muttersprachlern korrigiert werden, per Videochat lassen sich die Aussprache und das Gelernte ­direkt im Gespräch testen. Das kostet bis zu zehn Franken im Monat.

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Elio Bucher, Online-Produzent

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