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VorsorgeauftragDarf die Kesb sich einmischen?

Frage: Ich habe einen Vorsorgeauftrag geschrieben, um mich vor der Kesb zu schützen. Nun habe ich gehört, dass man immer mit der Kesb zu tun hat, wenn man einen Vorsorgeauftrag geschrieben hat. Stimmt das?

Ein Vorsorgeauftrag ist zunächst nur eine Absichtserklärung, die von der Kesb in Kraft gesetzt wird.
Von aktualisiert am 06. Mai 2019

Ja. Ohne Kesb gäbe es keinen Vorsorgeauftrag und ohne Vorsorgeauftrag gäbe es keine Kesb. Beides gibt es erst seit 2013 als das Erwachsenenschutzrecht in Kraft getreten ist. Zuvor gab es das Vormundschaftsrecht Erwachsenenschutzrecht Helfen statt bevormunden , unter dem man im Fall der Urteilsunfähigkeit bevormundet oder verbeiständet wurde. Dies ist heute nicht mehr so: Heute kann man für den Fall der Urteilsunfähigkeit selber die nötigen Vorkehrungen treffen und einen Vorsorgeauftrag errichten.

Ein Vorsorgeauftrag Erwachsenenschutz Wozu dient ein Vorsorgeauftrag? ist aber nichts weiter als eine Absichtserklärung. Er entfaltet seine Wirkung erst, wenn er von der Kesb in Kraft gesetzt worden ist. Die Kesb prüft, ob der Vorsorgeauftrag richtig erstellt worden ist, umgesetzt werden kann und ob die vorgesehene Person in der Lage ist, den Auftrag anzunehmen. Wenn alles in Ordnung ist, wird die Kesb der vorsorgebeauftragten Person eine Urkunde oder eine Verfügung aushändigen, mit der sie sich gegenüber Banken und anderen Vertragspartnern ausweisen kann.

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Was sollte in einem handschriftlichen Vorsorgeauftrag enthalten sein? Mitglieder von Guider erhalten verschiedene Mustervorlagen zum Vorsorgeauftrag als praktische Anleitung. Zudem informiert die Checkliste «Was müssen vorsorgebeauftragte Personen wissen?», ob man gegenüber der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) Bericht erstatten muss.

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Matthias Pflume, Textchef Digital

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10 Kommentare

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Beatus

Guten Tag
Die KESP ist eine noch junge staatliche Dienstleistungsbehörde mit Vollzugsmacht. Es ist zu berücksichtigen, das eine solche Behörde wie alles andere ebenfalls einer Entwicklung unterworfen ist. Was ich als ehemaliger Gründer der Streetwork-Projekte Basel dazu sagen kann, ist, das wenn es die KESP vor 50 Jahren schon gegeben hätte, wir heute weniger Probleme hätten mit Menschen welche an den Folgen einer grässlichen, missbräuchlichen Kindheit leiden. Mit Folgeschäden welche immens sein können. Das kostenlose und werbefreie Buch "Sternenzauber, die Biographie des David Gubelmann" Band 1, Kinder und Jugendjahre, Autor Beatus Gubler, ehemaliger Streetworker, zeigt auf, wie damals zum Teil "Erzogen" wurde, als noch niemand eingreifen konnte, wenn Kinder und Jugendliche Missbrauch und Gewalt durch Erzieher erlebten. Ganze "Leben" wurden im voraus zerstört. Heute gibt es das KESP, um eben solche schrecklichen Schicksale zu verhindern. Wir können mithelfen die Qualität und die Menschlichkeit des KESP zu fördern, durch Kommunikation mit dem KESP und indem wir mitteilen, wie wir uns wohl fühlen können im Kontakt mit dem KESP. Danke und Gruss www.beatusgublerbasel.ch

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casi

Eigentlich ist die KESB eine sinnvolle Staats-Organisation. Allerdings gibt es leider auch bei der KESB Leute, welche sich absolut nicht für die vielseitigen, anspruchsvollen Anforderungen "eignen", von den effektiven Fähigkeiten, Charakter-und Persönlichkeit, Umgangsformen- und Sprache.
Leider werden auch bei der KESB keine "Eignungstests" gemacht. Schade!

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sony57

Danke für die offizielle Stellungnahme. Wenn ich es nicht selber erlebt hätte, würde ich heute noch nicht glauben, dass sich die KESB trotz Vorsorgeauftrag noch einmischt.
Mit meinem Vater hatte ich vor einiger Zeit einen Vorsorgeauftrag erstellt und notariell beglaubigen lassen, was logischerweise nicht billig war! Wir glaubten daran, dass ich als Vertraute und Tochter alle Angelegenheiten regeln könnte ….
Als mein Vater dann wirklich dement geworden war, wollte ich den Vorsorgeauftrag aktivieren. Dafür brauchte ich eine ärztliche Bestätigung der Demenz und musste zusammen mit meinem Vater zur KESB. Am Termin vor Ort wurde mein (dementer) Vater allen Ernstes gefragt, ob er einverstanden sei, dass seine Tochter für ihn "handelsberechtigt" sei. Natürlich kostete dies auch wieder .... Vorsorgeauftrag? Nein danke! Kostet nur und bringt nichts, da die KESB, welche weder mich noch meinen Vater persönlich kannte, trotzdem noch NEIN sagen kann.

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kurtschwob

An Pierino Keller: Sie finden durchaus auch Leserbriefe, die Positives berichten, und zwar viele. Kommt dazu, dass negative Meinungen viel schneller in Leserbriefen geäussert werden als positive. Vor allem ist zu beachten, dass die Kesb immer in Konfliktsfällen zum Einsatz kommt, und in solchen Fällen gibt es (zwangsläufig) immer Leute, die sich ungerecht behandelt fühlen - das sind die, die dann protestieren. Nach allem, was ich weiss, waren die früher üblichen Vormundschaftsbehörden, vor allem in kleineren Ortschaften, wesentlich anfälliger für parteiische Entscheide. Ich finde es gut, dass es es die Kesb gibt, auch wenn da noch Verbesserungen möglich sind.

Beatus

Danke, ich kann mit Ihrer Haltung übereinstimmen. Hätte es das KESP vor 50 Jahren schon gegeben, würden 2 meiner Schulfreunde noch leben. Sie wurden zuhause so wie in der Schule mit viel Gewalt traktiert und zerbrachen daran. Niemand schütze sie damals vor den kranken Tätern.

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