Frage: Ich bin Mitte 50 und fühle mich noch recht jung. Doch etwas macht mir Angst: Viele ältere Menschen reden nur noch über ihre Gebrechen, Krankheiten und über Arztbesuche. Werden diese Themen im Alter zum Hauptinhalt des Lebens?

Nein, das ist überhaupt nicht zwingend. Wenn man das Problem jedoch von der anderen Seite betrachtet und den Fokus nicht aufs Kranksein legt, stimme ich teilweise zu: Der Erhalt der Gesundheit Bewegungsempfehlung Fit bis ins Alter ist eine wichtige Aufgabe im dritten Alter. Es lässt sich nicht leugnen, dass die Vitalität abnimmt und die Anfälligkeit für gesundheitliche Störungen steigt. Zentral ist aber, dass man sich dabei nicht als Opfer fühlt, sondern seinem Körper ab 50 mit Freude eine besondere Aufmerksamkeit schenkt.

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Eine Berufskollegin aus den USA hat ein Programm für gesundes Altern aufgestellt, an das ich mich hier anlehne. Die Grundidee ist, sich gegenüber den Alterungsprozessen nicht wehrlos zu fühlen, sondern die körperlichen und geistigen Veränderungen als Herausforderung zu neuen Aktivitäten und bewussterem Leben anzunehmen.

Achtsam und abwechslungsreich altern
  • Achten Sie auf Freuden und Erfolge und akzeptieren Sie unvermeidbar Negatives ohne Groll. Konzentrieren Sie sich auf das halb volle und nicht auf das halb leere Glas.
     
  • Tragen Sie ein Pedometer, das Ihre täglichen Schritte zählt. Gehen Sie wenn immer möglich zu Fuss und versuchen Sie 5000, dann 7000 und später vielleicht sogar 10’000 Schritte pro Tag zurückzulegen.
     
  • Ernähren Sie sich bewusst Ernährung im Alter Die Freude am Essen neu entdecken : Vermeiden Sie Junkfood und Fertigmahlzeiten. Achten Sie darauf, regelmässig Früchte und Gemüse auf den Menüplan zu setzen. Bevorzugen Sie Nahrungsmittel und Essenszeiten, die Ihrem Körper gut tun.
     
  • Versuchen Sie mehrmals täglich, den Augenblick in all seinen Dimensionen und Färbungen wahrzunehmen. Lösen Sie sich von Verstrickungen in die Vergangenheit oder von Fantasien über die Zukunft. Werden Sie sich bewusst, dass das Leben gerade jetzt stattfindet.
     
  • Übernehmen Sie die Verantwortung für Ihre Gesundheit, auch wenn Sie immer wieder mal einen Arzt für Kontrollen oder medizinische Unterstützung aufsuchen müssen. Nehmen Sie dann aber aktiv an der Behandlung teil: Stellen Sie Fragen und lesen Sie einschlägige Bücher.
     
  • Achten Sie auf Ihren Atem, denn dadurch wird dieser ruhiger und gleicht Stress und Angst aus. Ein- und Ausatmen ist der Basisrhythmus des Lebens.
     
  • Gehen Sie immer wieder kleine Risiken ein, denn Langeweile und Stagnation machen das Alter hässlich. Wagen Sie zum Beispiel eine Reise in eine noch unbekannte Gegend oder knüpfen Sie neue Beziehungen.
     
  • Tun Sie etwas für andere, seien Sie nett und grosszügig zu Ihren Mitmenschen. Lieben und geliebt werden sind enorm wichtig fürs Wohlbefinden. Eine frische Seele hilft dem Körper, gesund zu bleiben.
     
  • Beschäftigen Sie sich auch einmal bewusst mit dem Tod, indem Sie etwa ein Buch über das Sterben lesen. Das baut Ängste vor dem Unausweichlichen Psychologie «Ich habe Angst vor dem Tod» ab und zeigt gleichzeitig die Kostbarkeit des Lebens.
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